Schwimmen Olympia
Sorgen um Gold-Hoffnung Britta Steffen

Medaillen-Hoffnung Britta Steffen plagt sich kurz vor Beginn der Schwimm-Wettbewerbe mit einem Virusinfekt herum. Der Start in der Freistilstaffel ist vorerst aber nicht gefährdet.

Erst tauchte sie ab, dann war sie auch noch krank: Gold-Hoffnung Britta Steffen ist bei der Vorbereitung auf die Olympischen Spiele offensichtlich ein wenig ins Schwimmen geraten. Die WM-Dritte über die 100m Freistil kämpfte vor dem Start der olympischen Schwimm-Wettbewerbe mit einem Virusinfekt im Rachen. "Sie hat in den letzten Tagen nicht so trainiert, wie es geplant war", gab DSV-Sportdirektor Örjan Madsen zu.

Der Infekt ist immerhin schon wieder am Abklingen, seine Star-Schwimmerin für den Vorlauf der 4x100m-Freistilstaffel am Samstag zu schonen, ist für Madsen auch angesichts der starken Konkurrenz aber kein Thema: "Das können wir uns nicht leisten." Allerdings wird die Europarekordlerin wohl an letzter Position schwimmen, um bei optimalem Verlauf doch Kräfte sparen zu können.

Steffen gibt auch Berlin einen Korb

Teamarzt Arno Schmidt ließ verlauten, die 24-Jährige würde "all ihre Energie nutzen, um ihre Regeneration und Heilung voranzutreiben". Übersetzt heißt das: Öffentliche Auftritte stören. So sagte Steffen am Donnerstag auch ihrer Heimatstadt Berlin ab. Eigentlich sollte sie den "Champions Club" der Hauptstadt, einen Treffpunkt für Athleten, Sponsoren und Olympiagäste in einem 600 Jahre alten Pekinger Reisspeicher, eröffnen.

Die viermalige Europameisterin von 2006 schottet sich weiter komplett ab, um sich auf ihrer Mission Gold über 100m Freistil von nichts ablenken zu lassen. Innerhalb des DSV stößt dieses Verhalten nicht überall auf Verständnis, Sportdirektor Madsen dagegen verteidigt seine Athletin: "Sie geht ihre Rituale durch, damit sie im Becken ihre Leistung bringen kann. Britta ist sehr sensibel, was Dinge betrifft, die das durcheinanderbringen."

"Wie auf einem Abschlussball"

Steffens Leistungen in Peking werden auch darüber mitentscheiden, wie die Arbeit von Madsen nach zwei Jahren Amtszeit bewertet wird. Der Norweger wird nach den Spielen seinen Sportdirektor-Posten wie vertraglich vorgesehen räumen. "Ich fühle mich wie auf einem Abschlussball. Da geht man auch mit Freude hin und zeigt, was man geleistet hat."

Sollte das schwache Abschneiden von Athen nicht verbessert werden, will sich Madsen keine Vorwürfe machen: "Ich kann in den Spiegel schauen und weiß, dass ich alles versucht habe, was in meiner Macht stand." Nicht alle Maßnahmen des international angesehenen Sportwissenschaftlers wurden von allen Athleten konsequent umgesetzt, wie gezielte Höhentrainingslager oder ständige Wettkämpfe gegen die internationale Konkurrenz.

© SID

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