Schwimmen
Team um Britta Steffen in Peking eingetroffen

Tauchstation statt Bad in der Menge: Erst kam Goldhoffnung Britta Steffen nach der Landung in Peking als eine der letzten Schwimmer aus der Sicherheitszone des Flughafens, dann huschte sie mit einem kurzen "Hallo" an Fans und Journalisten vorbei und verschwand eilig im Mannschaftsbus. Steffen, die dem Deutschen Schwimm-Verband (DSV) den ersten Sieg bei Olympia seit Dagmar Hase 1992 in Barcelona bescheren soll, will jegliche Störfeuer ausblenden und konzentriert sich ganz auf die "Mission Gold".

"Sie ist total fokussiert", erklärte DSV-Sportdirektor Örjan Madsen, warb um Verständnis für den "Tauchgang" und formulierte schließlich an Stelle von Steffen eine Kampfansage an die Konkurrenz: "Ich denke, dass Britta sehr, sehr schnell sein wird."

Steffen setzt Zeichen mit Europarekord über 100m Freistil

Dass Steffen in guter Form ist, hatte sie erst kurz vor der Abreise von Deutschland ins Trainingslager in Japan mit ihrem Europarekord über 100m Freistil in Magdeburg bewiesen. Nun soll der ersehnte Coup in Peking folgen. Wichtig für das Selbstbewusstsein wäre dabei auch ein gutes Abschneiden gleich zu Beginn der Wettkämpfe am Samstag mit der 4x100-m-Freistilstaffel.

Im Gegensatz zu Steffen steht hinter der Verfassung der übrigen DSV-Schwimmer ein Fragezeichen. Dass die Mannschaft am Dienstag mit 13 Minuten Verspätung landete, wollte Madsen nicht als schlechtes Vorzeichen sehen, doch der Norweger, der nach Peking von seinen Posten wie vertraglich vorgesehen zurücktreten wird, schlug bereits im Vorfeld Alarm: "Es muss eine Steigerung erfolgen. Jede Medaille wird schwer. Am Ende können wir froh sein, wenn es so viele wie vor vier Jahren in Athen werden."

Lurz zweite Medaillenhoffnung

Nach den Spielen 2004 sprach man nach einmal Silber und viermal Bronze von einem Fiasko - auch weil Franziska van Almsick ebenso Gold verpasste wie Hannah Stockbauer bei ihrem Scheitern in den Vorläufen. Ein ähnliches Erlebnis will sich Steffen ersparen. Neben der 24 Jahre alten Berlinerin gilt am ehesten die WM-Zweite Annika Lurz über 200m Freistil als Medaillenhoffnung. Doch die Würzburgerin ist nach Rückenproblemen zu Beginn des Jahres noch immer auf der Suche nach der Bestform.

Weitere Kandidaten für einen Platz auf dem Podium sind Paul Biedermann (Halle/Saale) im Schatten von US-Superstar Michael Phelps über 200m Freistil sowie Europarekordler Helge Meeuw (Frankfurt) über 100m Rücken. Womöglich kann auch Meeuws Lebensgefährtin Antje Buschschulte (Magdeburg) vier Jahre nach Bronze bei ihrer wohl letzten Olympia-Teilnahme noch einmal für eine positive Überraschung sorgen.

Start von Hetzer und Deibler fraglich

Sorgenkinder sind unterdessen Nicole Hetzer und Markus Deibler. Hetzer (Burghausen) hat nach einem Sturz noch immer Schulterprobleme. Deibler (Biberach) leidet unter einer Kieferentzündung. "Bei beiden ist es fraglich, ob sie überhaupt starten können", sagte Madsen, dessen Nachfolger nach Auskunft von DSV-Generalsekretär Jürgen Fornoff möglicherweise schon während Olympia bekanntgegeben wird.

© SID

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