Schwimmer trainiert lieber
Biedermanns Geburtstag fällt ins Wasser

Für Paul Biedermann fällt der Geburtstag in diesem Jahr im wahrsten Sinn des Wortes ins Wasser. "Die Feier ist verschoben. Ich hoffe, dass ich sie nachholen und mich in den nächsten Tagen nachträglich selbst beschenken kann", sagte der Schwimm-Europameister, der am Donnerstag 22 Jahre alt geworden ist.

Biedermann ordnet alles einem guten Abschneiden bei Olympia in Peking unter. Statt einer Feier stehen zwei Trainingseinheiten auf dem Programm. Auch auf die Teilnahme an der Eröffnungsfeier am Freitag verzichtet der 1,92 Meter große Modellathlet aus Halle/Saale. "Ich wäre sehr gerne mit ins Stadion einmarschiert, aber ich habe bereits am Samstag meinen ersten Wettkampf. Das geht vor", erklärte Biedermann.

Am Samstag will Biedermann einen guten Start bei Olympia erwischen. Die 400m Freistil gelten allerdings eher als Warm-up für die halbe Distanz, auf der er im März bei seinem EM-Triumph in Eindhoven zunächst den 24 Jahre alten deutschen Rekord von Michael Groß unterboten und die Marke im April dann nochmal auf 1:46,37 Minuten geschraubt hatte.

Die Zeit würde in Peking wohl nicht für eine Medaille reichen, doch Biedermann hofft auf weitere Steigerung. "Ich hatte ja nach dem Rekord gesagt, dass das noch nicht mein letztes Wort war. Jetzt wäre der richtige Zeitpunkt, um weiter nachzulegen", meinte Biedermann. US-Superstar Michael Phelps schwimmt zwar in einer anderen Dimension und gilt als unschlagbar, aber zumindest ein Platz auf dem Podium könnte in greifbare Nähe rücken.

Örjan Madsen, Sportdirektor des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV), glaubt durchaus an einen weiteren Sprung von Biedermann. "Paul hat den nötigen Biss und auch das Potenzial", sagte Madsen über seinen Musterschüler. Der Zivildienstleistende ist einer der wenigen Athleten, die beim Konzept von Madsen voll mitgezogen haben. Ob Höhentrainingslager oder internationale Härtetests - Biedermann war zuletzt immer dabei.

Das war nicht immer so. Nach drei Titeln bei der Junioren-EM 2004 stagnierte seine Leistung. "Ich habe damals das Training schleifen lassen. Aber inzwischen habe ich wieder richtig Bock. Und Olympia ist ohnehin die größte Motivation", sagte der Hardrock-Fan: "Da gibt man automatisch Vollgas." Das gilt auch an seinem Geburtstag.

© SID

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