SCM Microsystems und der Gelddrucker Giesecke & Devrient kooperieren
Die Geldkarte soll im Internet zum Erfolg werden

Ein "Cashmouse" getauftes Kartenterminal, das für weniger als 100 DM angeboten wird, soll 20 Millionen PC-Nutzer mit Online-Anschluss sicheres Bezahlen ermöglichen. Kommentar: Der Ladenhüter wird zur Killer Application

HB/rtr MÜNCHEN/DÜSSELDORF. Die deutsch-amerikanische SCM Microsystems Inc und der Münchener Gelddrucker Giesecke & Devrient (G&D) wollen gemeinsam die Geldkarte als Zahlungsmittel im Internet durchsetzen. G&D und der Hersteller von SmartCard-Lesern vermarkten ein E-Commerce-Kartenterminal, das mit Hilfe des auf EC-Karten aufgedruckten, bisher aber kaum angenommenen Geldkarten-Chips sicheres Bezahlen über Computer ermöglichen soll. Zunächst liefert SCM 150 000 Terminals an G&D, das die Software beisteuert, wie die am Neuen Markt und an der Nasdaq notierte SCM am Dienstag in Pfaffenhofen mitteilte. Die so genannte "CashMouse" soll für weniger als 100 DM angeboten werden.

Am Ende sollen alle 20 Millonen Online-PCs in privaten Haushalten mit dem Terminal ausgerüstet sein. In Deutschland sind 50 Millionen Geldkarten im Umlauf, von denen ein großer Teil bei G&D hergestellt worden ist. G&D-Geschäftsführer Willi Berchtold hofft, dass die CashMouse "in den nächsten Jahren zur selbstverständlichen Ausstattung eines PC gehören wird wie Maus oder Drucker".

Geldmaus versteht schon die Digitale Signatur

Robert Pfrogner, Leiter Zahlungssysteme bei G&D, sagte Handelsblatt.com, die ersten Kunden würden schon im November mit den Terminals beliefert. Nach seinen Worten wird die Geldmaus auch für die Digitale Signatur geeignet sein. "Die Kunden werden erwarten, dass unser Lesegerät das bietet; ein zweites Gerät zu kaufen, würde niemand einsehen", sagte Pfrogner. Die Ordermenge von 150 000 Stück bezeichnete Pfrogner als "Kleinigkeit", die "gerade für ein paar Pilotprojekte ausreicht". Da seit Juni endlich allgemein verbindliche Spezifikationen gefunden seien, stehe dem Durchbruch der Geldkarte nichts mehr im Wege. Pfrogner zufolge ist die Geldmaus derzeit noch ohne Konkurrenz. "Die Kreditkartenorganisationen planen allerdings auch schon, den Chip auf die Karte zu bringen, denn mit dem Internetgeschäft sind die bislang überhaupt nicht glücklich", sagte Pfrogner mit Blick auf Zahlungsausfälle beim Internethandel.

Geldkarte soll im Internet Nachteile in Vorteile umwandeln

SCM-Chef Robert Schneider nannte die Verbreitung des elektronischen Handels im Internet (E-Commerce) ein strategisches Ziel seines Unternehmens. Im Internet kann die Geldkarte nach Auffassung des Unternehmens ihre Vorzüge wesentlich besser ausspielen als im konventionellen Handel. Unternehmenssprecher Michael James sagte Handelsblatt.com, der Hauptnachteil der Geldkarte habe bisher darin gelegen, dass die Karte mit Bargeld konkurriert habe. Im Internet sei diese Konkurrenz nicht gegeben. Zudem könne die Karte am heimischen PC aufgeladen werden. Wie beim Bargeld und anders als bei Kreditkartentransaktionen sei zudem eine Anonymität der Käufer gegeben. Außerdem sei das Verfahren sicher. "Es gibt gegenwärtig kein sichereres Verfahren für Online-Zahlungen", sagte James.

Das Geldkarten-Terminal verfügt über eine eigene Tastatur und ein eigenes Display, um so die Anforderungen des Zentralen Kreditausschusses (ZKA) für in sicheres Homebanking zu erfüllen.
Nach Unternehmensangaben lassen sich mit der "CashMouse" sämtliche SmartCards der ISO-7816-Norm lesen; angeschlossen wird die Geldmaus an die serille Schnittstelle des Computers. Bislang ist das Gerät nur mit den Betriebssystemen Windows 95, 98, NT 4 und 2000 kompatibel.

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