Scolari grübelt über Aufstellungs- und Spielsystemfragen
Portugiesen igeln sich ein

Das Spiel gegen Griechenland hat die Portugiesen ihr Selbstwertgefühl gekostet: Die stolz geschwellte Brust, der Einlauf ins Stadion erhobenen Hauptes - die Mannschaft hat ihre Leichtigkeit verloren. Interessiert ist jeder, was Trainer Scolari plant, Hoffnung auf eine Ansage sind allerdings vergebens. "Er war sehr freundlich, aber er hat nicht alles gesagt, was ich wissen wollte: Wer spielt gegen Russland?", sagte der elfjährige Miguel nach dem Besuch mit einer Gruppe von Kindern auf dem Trainingsgelände in der Academia Sporting nahe Lissabon.

HB LISSABON. Nach der 1:2-Auftaktpleite gegen Griechenland sucht Scolari nach der Elf, die am Mittwoch im Überlebensspiel (20.45 Uhr) gegen Russland für die Punkte sorgt. Um jeglichen Spekulationen vorzubeugen, waren ab Montag Augenzeugen beim abendlichen Training unerwünscht. Auch die abschließende Übungseinheit im "Estádio da Luz" am Dienstag ließ Scolari absagen und bleibt dafür mit seinen Schützlingen in der Abgeschiedenheit des Mannschaftsquartiers.

"Ich werde Wechsel vornehmen. Ich werde sie nicht bekannt geben, aber ich weiß, was ich zu tun habe", ließ der Weltmeistertrainer aus Brasilien lediglich wissen. Dazu gehört nicht zuletzt, die Mannschaft stark zu reden, die schon bei der vergangenen Weltmeisterschaft in Asien überraschend in der Vorrunde gescheitert war. "Die Spieler müssen die Köpfe wieder aufrichten", verlangte Fußball-Idol Eusebio. Andererseits gehört der Hang zur Melancholie zur portugiesischen Mentalität. Es reiche nicht, die Gespenster aus Südkorea zu exorzieren, stattdessen müsse der gesamte Fatalismus ausgetrieben werden, der dem Portugiesen-Tum innewohne, schrieb der Sportchef der angesehenen Tageszeitung "Diario de Notícias" daher am Montag.

"Wegen einer Niederlage darf man nicht alles in Frage stellen", forderte auch Flügelspieler Simão, der gegen Griechenland zur Halbzeit Cristiano Ronaldo weichen musste. Der Jungstar von Manchester United empfahl sich nach dem von ihm verschuldeten Elfmeter zum 0:2 für einen Einsatz von Anfang an. Auch Regisseur Deco hatte in den zweiten 45 Minuten für mehr Impulse gesorgt als sein Vorgänger Rui Costa. Angesichts der Situation wollte der vom deutschen Rekordmeister Bayern München umworbene Deco jedoch nicht auf einen Platz in der Startelf pochen. "Jetzt ist nicht der Moment, irgendetwas zu fordern", sagte der gebürtige Brasilianer.

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