SdK rät zum Verkauf
Management Data muss Neuen Markt verlassen

Die Deutsche Börse teilte mit, dass die insolvente Management Data Media Systems mit Ablauf des 4. November vom Neuen Markt ausgeschlossen werde und damit Kabel New Media folgt. Die Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre (SdK) empfiehlt, sich vor einem möglichen Delisting von den Papieren der insolventen Firmen zu trennen.

rtr FRANKFURT. Unterdessen hat als bislang fünfte am Neuen Markt gelistete Firma die Kölner TelesensKSCL beim Landgericht Frankfurt einen Aufschub der seit Montag geltenden Ausschluss-Regeln der Deutschen Börse erwirkt. Das Gericht habe dem Antrag auf Einstweilige Verfügung am Dienstag stattgegeben, teilte der Anbieter von Abrechnungssystemen für die Telekommunikationsindustrie am Donnerstag mit. Der Aufschub sei bis 1. April 2002 gewährt worden.

Bislang haben die Foris AG, Advanced Medien AG , Abacho AG sowie die Heiler Software AG eine Einstweilige Verfügung gegen das Regelwerk erwirkt. Das IT GfN AG-Schulungsunternehmen hatte am Freitag einen Antrag gestellt, geklagt hatte auch die insolvente teamwork AG.

Nach den neuen Regeln werden solche Firmen vom Kurszettel gestrichen, deren Aktienkurs 30 Börsentage im Tagesdurchschnitt unter einem Euro notiert und deren Marktkapitalisierung zugleich weniger als 20 Mill. Euro beträgt und die diese Werte in den folgenden 90 Handelstagen an mindestens 15 auf einander folgenden Tagen nicht wieder überschreiten. Zudem werden insolvente Firmen vom Wachstumssegment ausgeschlossen.

Wegen der Eröffnung des Insolvenzverfahrens über das Vermögen der Management Data endet die Zulassung der Aktien mit Ablauf des 4. November, teilte die Börse auf ihrer Internetseite mit. Die Zulassung der Papiere zum Geregelten Markt bleibe davon unberührt. Erstes Opfer der neuen Regeln war der insolvente Multimedia-Dienstleister Kabel New Media. Wie die Börse am Dienstag mitteilte, endet die Zulassung des Unternehmens mit Ablauf des 2. November. Ein Antrag auf Einstweilige Verfügung der insolventen Micrologica AG war vergangenen Donnerstag abgelehnt worden.

Da die von der Insolvenz betroffenen Firmen bereits nur noch geringe Aktienkurse aufwiesen, sollten Anleger prüfen, ob sich nicht wenigstens noch ein Verkauf lohne, um Spekulationsverluste zu realisieren, teilte die SdK mit. Kursverluste könnten innerhalb eines Jahres steuerlich geltend gemacht und mit Spekulationsgewinnen verrechnet werden.

Die Sdk wies darauf hin, dass mit dem Ausschluss vom Neuen Markt nicht automatisch eine Notierungsaufnahme im Geregelten Markt oder im Freiverkehr erfolge. Sie müsse innerhalb von drei Monaten beantragt werden und dürfte am Geregelten Markt bei insolventen Firmen nur schwer möglich sein, hieß es. Zudem verfügten die Unternehmen dann über keine Betreuerbanken mehr, die verbindliche An- und Verkaufskurse stellten und für Liquidität sorgten.

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