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SEC erhöht Druck auf New Yorker Börse

Einer Meldung des Handelsblatts vom 24.10. 2003 zufolge will die amerikanische Börsenaufsicht SEC ...

Einer Meldung des Handelsblatts vom 24.10. 2003 zufolge will die amerikanische Börsenaufsicht SEC prüfen, wie viel die New York Stock Exchange (NYSE) im Rahmen ihrer Aufsichtsfunktion für die Kontrolle der Händler und der börsennotierten Unternehmen ausgegeben hat. Damit weitet sie die Untersuchung über die Praktiken bei der New Yorker Börse aus. Nach Aussage von Laura Cox, Sprecherin des SEC-Vorsitzenden William Donaldson, will die SEC unter die Lupe nehmen, wie die Ressourcen verwendet wurden und wie hoch die Kosten für die Aufsicht bei der größten Börse der Welt waren.
Institutionelle Investoren, darunter der größte amerikanische Pensionsfonds California State Teachers Retirement System (Calpers), hatten die SEC aufgefordert, die Führungs- und Entlohnungspraktiken an der NYSE unter die Lupe zu nehmen. Nachdem bekannt geworden war, dass der frühere NYSE-Vorsitzende Richard Grasso ein Jahresgehalt von 140 Mio. Dollar kassierte, befürchten die Investoren, dass zu wenig Geld für die Aufsicht über die Unternehmen ausgegeben wird. Nach Aussage von Jack Ehnes, Vorstandsvorsitzender bei Calpers, müsse man herausfinden, wie viel Geld für die Aufsicht zur Verfügung stand und ob die NYSE eine adäquate Aufsichtsbehörde war.
Bisher hat die SEC noch keine konkrete Aufschlüsselung darüber gefordert, wie viel Geld für die Aufsicht ausgegeben wurde. Das sei weder gefordert noch geliefert worden, sagte NYSE-Sprecher Ray Pellecchia. Die New Yorker Börse gebe derzeit über 150 Mio. Dollar jährlich für die Aufsicht aus, sagte er. Cox zufolge hat die SEC die Ausgaben der NYSE für die Aufsicht in der Vergangenheit überprüft. Sie wisse jedoch nicht, wann die Zahlen letztmalig begutachtet wurden und warum. Bei der derzeitigen Überprüfung der Aufsichtssysteme würden diese und andere Aspekte im Zusammenhang mit einer wirksamen Aufsicht unter die Lupe genommen. Die SEC habe ein erhöhtes Interesse an der Transparenz solcher Funktionen.
Annette Nazareth, Direktorin des Bereichs Marktaufsicht bei der SEC, argumentiert, dass die Summe, die eine Börse für die Aufsicht ausgibt, keinesfalls der beste Indikator dafür sei, wie gut diese funktioniere. Die SEC habe bei ihren Prüfungen nicht routinemäßig Details zu den Ausgaben im Aufsichtsbereich untersucht. Ihr Bereich überprüft derzeit die Corporate Governance bei der NYSE.

Quelle: FINANZ BETRIEB, 06.11.2003

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