SEC ermittelt gegen Qwest
Wall Street: Telekom-Sektor drückt auf die Märkte

Nach einer starken ersten Märzwoche, in der Dow und Nasdaq kräftig zulegen konnten, waren die Märkte am Montag uneinheitlich aus dem Handel gegangen. Der Dow Jones Index hatte 0,4 % zugelegt und bei 10 611 Punkten geschlossen, die Nasdaq hatte sich nur schwach behauptet und war bei 1 929 Zählern aus dem Handel gegangen.

Erneut sind es am Dienstag vor allem Nachrichten von Unternehmensseite, die das Geschehen am Markt bestimmen; aus dem konjunkturellen Umfeld werden keine News erwartet.

Unter Druck dürften alle Werte geraten, die irgendwie mit Telekommunikation zu tun haben. Nachdem der Brachenriese Qwest bereits am Montag 10 % verloren hatte, notiert die Aktie auch am Morgen schwach. Die US-Börsenaufsicht SEC hat Ermittlungen gegen das Unternehmen aufgenommen und Bilanzunterlagen angefordert. Es geht unter anderem um einige Übernahme aus dem Bestand des bankrotten Konkurrenten Global Crossing.

Das gleiche passiert am Morgen beim Konkurrenten Worldcom. Auch hier ermittelt die SEC in Sachen Bilanzen. Aktionäre wenden sich von den Papieren ab, und Worldcom startet mit einem vorbörslichen Minus von 15 % in den Tag.

Des weiteren belasten Warnungen den Telekom-Sektor. Der Tech-Zulieferer Lucent geht davon aus, die Umsatzprognosen an das laufende Quartal nicht einhalten zu können. Man leide weiterhin unter sinkenden Investitionen in Telekom-Technologie und rechnet mit einer Rückkehr in die Gewinnzone und positivem Cash Flow erst im Fiskaljahr 2003. Lucent gibt bereits vor der Glocke 14 % ab.

Dass die Handyhersteller Siemens und Nokia ihre Umsatzprognosen am Morgen ebenfalls heruntersetzen, tut ein übriges, den Sektor ins Minus zu drücken. Während der aktuellen drei Monate seien die Verkaufszahlen enttäuschend, heißt es aus dem Management. Statt einem Umsatzrückgang um 20 % erwartet man nun ein Minus von 25 %, was die Jahresbilanz auf ein Umsatzminus von 6 % bis 10 % drücken könnte. Nokia verliert vorbörslich 4 %, und auch die Aktien von Motorola, Ericsson und Alcatel geben nach.

In den Nachwehen der sektor-übergreifenden Bilanzkrise nach Enron liegt auch IBM . Wie bereits General Electric in der Vorwoche, hat auch Big Blue beschlossen, künftig eine detailliertere Bilanz zu veröffentlichen, um das Vertrauen der Investoren zu stärken. Der nun vorgelegte ausgeweitete Jahresbericht bekommt von Analysten gemischte Resonanzen. Merrill Lynch entwarnt, bei IBM scheine auf den ersten Blick alles in Ordnung: "Wir sehen keine "smoking gun". Das Brokerhaus Robertson Stephens bemängelt hingegen, die operativen Kosten seien höher als bisher angegeben. IBM wirke mit den neuen Zahlen weniger wettbewerbsfähig.

Auch in anderen Technologie-Sektoren ist am frühen New Yorker Morgen Vorsicht zu spüren. Die Big Caps notieren komplett mit Verlusten. Der Software-Gigant Microsoft gibt vorbörslich 3 % ab, die Aktie leidet unter vorsichtigen Kommentaren von Goldman Sachs. Die Analysten befürchten, dass das Unternehmen - obwohl man im laufenden Quartal die Erwartungen erfüllen könne - für das Fiskaljahr warnen werde. Das Management habe bereits mehrfach inoffiziell über die anhaltende Schwäche in der PC-Nachfrage und die höheren Ausgaben für Forschung und Entwicklung geklagt.

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