Sechs Fälle in Deutschland
Fünfter BSE-Fall in Bayern

Die BSE-Krise trifft Bayern immer härter. Am Mittwochabend wurde ein fünfter BSE-Fall im Freistaat bekannt. Es handelt sich um eine Kuh aus einem Hof im Landkreis Unterallgäu, teilte das Gesundheitsministerium mit.

dpa MÜNCHEN. Damit stammen fünf der bisher sechs amtlich bestätigten BSE-Fälle in Deutschland aus Bayern. Eine Untersuchung beim BSE-Referenzzentrum in Tübingen hatte den fünften bayerischen BSE-Fall bestätigt. Das Tier war im März 1996 im selben Bestand geboren worden. Am 13. Dezember wurde es im Schlachthof von Kempten geschlachtet. Da die Befunde zunächst unklar waren, wurde der betroffene Betrieb mit 143 Rindern bereits am 15. Dezember gesperrt.

Informationen zu BSE im Internet

Auf den BSE-Verdacht waren die Behörden im Zusammenhang mit dem ersten in Bayern aufgetretenen BSE-Fall bei einem Rind aus Sulzberg im Landkreis Oberallgäu gestoßen. Dieses war ebenfalls am 13. Dezember in Kempten geschlachtet worden. Damals gab es bei Untersuchungen in einem privaten Labor neben diesem positiven Befund vier unklare Befunde. Drei von ihnen hatten sich in der Folge als eindeutig negativ erwiesen, der vierte Testbefund aber zeigte bei mehrmaliger Nachtestung fragliche Ergebnisse. Eine abschließende Untersuchung in Tübingen brachte schließlich den positiven Befund.

Für zusätzliche Aufregung sorgte am Mittwoch falsch deklarierte Wurst in bayerischen Supermärkten. Die fälschlicherweise als "rindfleischfrei" bezeichneten Wurstwaren stammten aus dem Saarland und aus Bayern. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums waren in vier von fünf Wurstproben Hinweise auf Rindfleischbestandteile festgestellt worden, obwohl die Zutat "Rindfleisch" im Verzeichnis durchgestrichen war. Es handelte sich um "Käsewürstchen" des Hersteller "Höll" aus Illingen an der Saar und "Delikatess Wiener" des Herstellers "Zimmermann" aus Stadtbergen im Landkreis Augsburg. Der geschäftsführende Gesellschafter der Fleischwarenfabrik, Hans Höll, bestätigte, dass es eine Probe "Käsewürstchen" von Höll gebe, die Rindfleischspuren aufweise. "Die einzige Erklärung für den positiven Befund ist, dass das Rindfleisch über den Käse hereingekommen ist", sagte Höll. Das Saar- Ministerium prüft die in Bayern bekannt gewordenen Vorfälle noch. Die schwäbische Firma "Zimmermann" wollte keine Stellungnahme abgeben.

Die rund 60 Rinder auf einem von der Rinderseuche BSE betroffenen Bauernhof im oberpfälzischen Landkreis Neumarkt sollen an diesem Freitag (29. Dezember) getötet werden. Dies teilte das zuständige Landratsamt mit.

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