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Sechs Fatah-Mitglieder im Westjordanland getötet

Nach heftigen Auseinandersetzungen auf dem Jerusalemer Tempelberg sind bei einem Angriff israelischer Panzer sechs Mitglieder der Fatah-Organisation von Palästinenser-Präsident Jassir Arafat getötet worden

rtr NABLUS. . Der Angriff habe sich in der Nacht zu Montag in dem Dorf Farah im Westjordanland nahe der jüdischen Siedlung Alon Moreh und etwa 25 Kilometer von der palästinensisch verwalteten Stadt Dschenin entfernt ereignet, verlautete aus palästinensischen Sicherheitskreisen. Die israelische Armee äußerte sich zunächst zu dem Vorfall nicht.

Die Männer seien in einem Haus in dem Dorf gewesen, hieß es. Anderen Berichten zufolge hielten sich die Männer auf einem Schrottplatz auf und ein siebter Mann sei verletzt worden. "Es war ein israelisches Attentat", sagte ein Fatah-Mitglied. Die Männer stünden auf Israels Liste der meistgesuchtesten Personen. Sie seien alle Mitglieder der El-Aksa-Brigade gewesen. Der von vielen Moslems als Provokation gewertete Besuch des damaligen Likud-Chefs und jetzigen Ministerpräsidenten Ariel Scharon auf dem Tempelberg hatte den seit September andauernden Palästinenseraufstand ausgelöst. Das Begräbnis der Männer ist für Montag geplant.

Nach palästinensischen Angaben hat Israel seit Beginn des Aufstandes mehr als 40 militante Palästinenser umbringen lassen. Israel indes hat erklärt, das Töten von Palästinensern, die Anschläge gegen Israelis planen oder ausführen, sei aktive Verteidigung.

Anlass der Auseinandersetzungen auf dem Tempelberg war die Ankündigung einer radikal-religiösen jüdischen Gruppe gewesen, den Grundstein für einen dritten Tempel zu legen. Palästinenser hatten Steine auf jüdische Gläubige an der Klagemauer geworfen. Die palästinensische Fatah-Bewegung hatte den Sonntag zum "Tag des Zorns" erklärt und zu der Massenkundgebung am Tempelberg aufgerufen. Nach Angaben von Ärzten wurden mindestens 35 Palästinenser verletzt. Ein Polizeisprecher sagte, 15 Polizisten seien durch Steinwürfe verletzt, 28 Palästinenser seien festgenommen worden.

Islamische Geistliche und führende Palästinenser hatten davor gewarnt, die geplante Grundsteinlegung auf dem Berg werde zu neuem Blutvergießen zwischen Juden und Palästinensern führen. Moslems und Juden betrachten den Tempelberg als religiöse Stätte. Die Klagemauer im Westen gilt als Rest des einstigen jüdischen Tempels und ist eines der Heiligtümer des Judentums.

Nach mehreren Zwischenfällen in der Nacht lieferten sich Soldaten und Palästinenser am Sonntag eine Schießerei am Rande von Ramallah im Westjordanland. Zwei Soldaten und ein Palästinenser seien verletzt worden, teilte die Armee mit. Auch am Grenzübergang Karni im Gaza-Streifen gab es einen Schusswechsel. Nach palästinensischen Angaben wurden zwei Palästinenser verletzt.

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