Sechs Leichen geborgen
New Yorker FBI ermittelt nach Anschlag auf US-Kriegsschiff

afp WASHINGTON/ADEN. Das New Yorker Büro der US-Bundespolizei FBI hat die Ermittlungen zu dem mutmaßlichen Terroranschlag auf das US-Kriegschiff "USS Cole" in der vergangenen Woche vor Jemen übernommen. Ein FBI-Sprecher sagte am Dienstag in Washington, der New Yorker Einsatzleiter habe besondere Erfahrungen im Kampf gegen den Terrorismus. Das FBI-Büro in New York hatte bereits in der Vergangenheit Ermittlungen gegen den saudiarabischen Moslemextremisten Osama bin Laden geführt, den die USA für die Anschläge auf US-Botschaften in Kenia und Tansania mit mehr als 220 Toten verantwortlich machen. Der FBI-Sprecher sagte, die Ermittlungen durch das New Yorker FBI seien kein Hinweis, dass die Behörden bin Laden hinter dem jüngsten Anschlag vermuteten. Das US-Außenministerium schloss dagegen eine Verwicklung bin Ladens weiter nicht aus.

In einem Bekennerschreiben der bislang unbekannten "Islamischen Abschreckungsarmee" an das Beiruter Büro der Nachrichtenagentur afp hieß es, der Anschlag sei von "zwei heroischen Märtyrern" in Selbstmordmission ausgeführt worden. Die beiden Männer hätten "ihre Seelen und ihr Blut der El-Aksa-Moschee" in Jerusalem opfern wollen. Damit solle "die Ungerechtigkeit gegen unser moslemisches Volk in Palästina" beendet und die "Ehre und Würde der arabischen Nation" wieder hergestellt werden. Mit der Attacke solle den USA vermittelt werden, sie würden "einen hohen Preis dafür bezahlen, mit den Zionisten auf einer Seite zu stehen".

Unterdessen bargen Taucher der US-Marine die Leichen von sechs Matrosen, die bei dem Anschlag am vergangenen Donnerstag getötet worden waren. Nur zwei der Leichen hätten jedoch identifiziert werden können, sagte ein US-Regierungsbeamter in Aden. Die Körper der fünf noch nicht geborgenen Matrosen seien "noch nicht genau lokalisiert". Das Kriegsschiff soll nach Angaben der norwegischen Bergungsfirma "Offshore Heavy Transport" von dem Unternehmen zum US-Militärstützpunkt in Norfolk im US-Bundesstaat Virginia transportiert werden. Wie ein Sprecher in Oslo sagte, soll dafür das 218 Meter lange und 42 Meter breite Spezialschiff "MV Blue Marlin" verwendet werden. Bei einer Passage durch den Suez-Kanal werde der Transport mindestens einen Monat dauern. Bei der Explosion waren nach amtlichen Angaben 17 US-Matrosen getötet worden.

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