Sechs Monate bis zur Parität
Euro knapp unter 97 US-Cent

Der Euro hat sich am Mittwoch im europäischen Handel mit Kursen knapp unter 0,97 Dollar wenig verändert präsentiert. Händler sprachen von einem hauptsächlich technisch bedingten Handelsverlauf. Experten sagen eine allmähliche Festigung der Gemeinschaftswährung voraus, wobei die Parität zum Dollar bis Ende November wieder erreicht werden dürfte.

Reuters FRANKFURT/ LONDON. Analysten gehen unterdessen davon aus, dass sich die Gemeinschaftswährung bis Ende August wieder auf Kurse um 0,98 Dollar erholen und bis Ende November die Parität zum Dollar wieder erreichen werde.

Im frühen New Yorker Handel notierte der Euro mit 0,9688/93 nahe des Referenzkurses der Europäischen Zentralbank (EZB) von 0,9698 (Vortag 0,9689) Dollar. Die US-Valuta kostete 120,61/66 Yen nach einer letzten Notiz am Vorabend in New York von 120,86/89 Yen.

Einige Händler verwiesen darauf, dass Investoren in jüngster Zeit zu viele europäische Anleihen gekauft und zu viele US-Aktien verkauft hatten. Nun sei eine Konsolidierung eingetreten, da viele Fondsmanager das gewünschte Verhältnis von Aktien und Anleihen in ihren Portfolios wiederherzustellen versuchten. Dieser Geldfluss in die USA stütze ebenfalls den Dollar.

Trotz der jüngsten Kursgewinne sprachen Händler nicht von einer Trendwende zu Gunsten des Dollar. Vielmehr seien die Kursgewinne eine Reaktion auf die kräftigen Einbußen des Dollar sowohl zum Yen als auch zum Euro im Frühsommer. Viele Analysten gingen von einer schwachen US-Konjunktur aus, einige schlossen gar eine neuerliche Rezession nicht aus. Letzteres habe die Spekulationen um eine möglicherweise bevorstehende Zinssenkung in den USA angeheizt und somit der Wall Street und den US-Börsen Auftrieb gegeben. "Es gibt Spekulationen, dass die Fed die Zinsen senken will - 25 Basispunkte werden nicht viel ändern, aber es hilft der Dollar-Stimmung", erklärte Ryan Shea von der Bank One in London.

Bei der dieswöchigen Reuters-Umfrage unter 41 Analysten sagten die Experten eine allmähliche Festigung der Gemeinschaftswährung voraus, wobei die Parität zum Dollar bis Ende November wieder erreicht werden dürfte. Das bedeute aber nicht, dass die Leute mehr Euro kaufen, sondern, dass sie weniger Dollar erwerben, sagte Jake Moore von Barclays Capital. Der Dollar werde zudem durch den anhaltenden Bedarf der USA an Auslandskapital zur Finanzierung der immensen Fehlbeträge in der Handelsbilanz und im Haushalt belastet. Dagegen profitiere der Euro davon, dass die Euro-Zone die Haushaltsdefizite begrenzt habe und eine weitgehend ausgeglichene Handelsbilanz habe, erklärten die Analysten. Im Mittel erwarten sie den Kurs des Euro deshalb in sechs Monaten bei 1,02 Dollar und in zwölf Monaten bei 1,03 Dollar.

Einige technisch orientierte Händler in London rieten derweil dazu, die derzeit niedrigen Euro-Kurse zum Kauf zu nutzen. Der Dollar werde bis zum Jahresende schwächeln, sagte Nicole Elliott von Mizuho in London. "Langfristig stellen diese Dellen eine exzellente Kaufmöglichkeit dar, da der Dollar bis zum Jahresende schwach bleibt", fügte Elliott hinzu. Die nächste Widerstandslinie liege bei 0,9725 Dollar, Unterstützung habe der Euro bei 0,9622 Dollar. Zum Yen könnte der Dollar in den kommenden Monaten bis auf 115 Yen fallen, hieß es in Tokio.

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