Sechs Mrd. DM für neuen Chemiekomplexes
BASF startet Milliardeninvestition in China

Nach der Erteilung der Geschäftslizenz gründete BASF am Freitag in Peking mit seinem chinesischen Partner SINOPEC ein Gemeinschaftsunternehmen mit einem Investitionsvolumen von mehr als sechs Mrd. DM.

dpa PEKING. Der Chemiekonzern BASF hat den Startschuss für das größte einzelne Investitionsvorhaben in seiner Geschichte gegeben. Nach der Erteilung der Geschäftslizenz gründete BASF (Ludwigshafen) am Freitag in Peking mit seinem chinesischen Partner SINOPEC ein Gemeinschaftsunternehmen zum Bau eines integrierten Chemiekomplexes mit einem Investitionsvolumen von mehr als sechs Mrd. DM. Beide Seiten teilen sich die Investition jeweils zur Hälfte.

Die Anlage ist Kernstück der Strategie von BASF, bis 2010 etwa 20 % seines weltweiten Absatzes in Asien zu tätigen, berichtete Jürgen Hambrecht, Vorstandsmitglied für Asien, vor Journalisten. Die Bauarbeiten werden nächsten Monat beginnen. Die Produktion soll voraussichtlich Ende 2004 oder 2005 aufgenommen werden.

Im Mittelpunkt steht ein so genannter Steamcracker, der Öl in seine Bestandteile zerlegt. Er soll eine Kapazität von 600 000 Tonnen Ethylen im Jahr haben. Weitere Produktionsstätten gehören dazu, die jährlich insgesamt 1,7 Mill. Tonnen hoch qualitativer Chemikalien für den chinesischen Markt herstellen sollen. China importiert derzeit noch die Hälfte seiner Chemikalien.

Die mit dem BASF-Standort belgischen Antwerpen vergleichbare Chemieanlage in Daching in Nanjing kostet allein 2,6 Mrd. $. Mit einem benötigten Kraftwerk erreicht die Investition aber drei Mrd.. Für SINOPEC ist es die erste Gründung eines Joint Ventures nach dem erfolgreichen Börsengang des größten petrochemischen Unternehmens in Asien im Oktober in New York, Hongkong und London.

Die bisherige Zusammenarbeit von BASF mit SINOPEC in zwei anderen größeren Vorhaben hat "eine solide Grundlage" für die Kooperation gelegt, sagte Hambrecht. BASF erhielt die Lizenz vor fünf anderen Wettbewerbern wie BP, Exxon und Dow Chemical, die auch Chemieanlagen mit SINOPEC bauen wollen. "Wir werden sicherstellen, dass wir unseren Wettbewerbern weiter voraus bleiben", sagte Hambrecht.

Als weltweit größter Chemiekonzern will die deutsche BASF in Asien eine Produktionsbasis aufbauen, die bis 2010 das Material für 70 % des Umsatzes in Asien zur Verfügung stellen soll. China "steht im Mittelpunkt der Strategie", die auch Standorte in Malaysia, Singapur und Südkorea einschließt, wie Hambrecht berichtete.

BASF hat heute bereits acht Produktionsstätten in China und ist der größte ausländische Chemie-Investor. Mit 2 200 Angestellten in China wird ein Umsatz von 700 Mill. Euro erzielt, wobei 20 % lokal produziert wird. dpa lw xx to

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