Security-Experte
Experten raten zu mehr Sicherheitsvorkehrungen

In Deutschland wiegen sich vor allem die reichen Prominenten nach Einschätzung von Experten zu stark in Sicherheit.

ddp BERLIN. Der Inhaber der Berliner Firma GSC Personenschutz und Sicherheit, Dirk Grube, sagte am Dienstag, nur schätzungsweise fünf bis 10 % von ihnen hätten Personenschutz. Es gebe Unterschiede zwischen Reichen und Prominenten. "Ist beides der Fall, dann habe ich das größte Problem", verwies der Experte auf jahrelange Erfahrungen. Mitunter genüge schon eine Sicherheitsschulung, um einfache Kniffe zu erfahren und eine Entführung wie im aktuellen Fall des Bankierssohnes Jakob von Metzler zu verhindern.

"Wenn der Junge Personenschutz gehabt hätte, wäre er nicht entführt worden", sagte Grube. Die Täter hätten den schnell überschaubaren Tagesablauf ihres späteren Opfers in kurzer Zeit ausspionieren können. Ein Kidnapping hätte schon verhindert werden können, wenn der Junge jeden Tag mit einem Fahrdienst, einem Chauffeur oder einem Taxi von der Schule abgeholt worden wäre. Zur Sicherheit trage auch ein Peilsender an der Hand entführungsgefährdeter Kinder bei. Zudem gebe es Schulungen, in denen ein potenzielles Opfer lerne, mit offenen Augen durch die Welt zu gehen und mögliche Beschatter auszumachen. "Je schwerer es dem Täter gemacht wird, umso mehr schreckt es ihn ab", sagte Grube.

Der Fachmann rät gefährdeten Personen, nicht jeden Tag denselben Weg und immer mal wieder andere Fahrzeuge zu benutzen, deren Kennzeichen nicht die Initialen des Besitzers enthalten sollte. Ein Bodyguard, wie er aus Filmen bekannt ist, müsse es aber nicht immer gleich sein. "Der Einzelfall entscheidet", betonte Grube.

Sollte sich ein reicher Prominenter dennoch für einen Rundum-Personenschutz entscheiden, muss er dafür tief in die Tasche greifen. Ein Personenschützer koste etwa 10 000 Euro im Monat, und mindestens zwei würden gebraucht. Allerdings gab der Experte zu bedenken, dass ein intensiver Personenschutz das Leben der Betroffenen sehr stark einschränke. Besonders auf Kinder könne sich dieser "starke Einschnitt in die Privatsphäre" negativ auswirken.

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