Seehofer erwartet Anstieg auf 15 Prozent
Barmer rechnet mit stabilen Kassenbeiträgen

Die Barmer Ersatzkasse erwartet in diesem Jahr stabile Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung.

ap FRANKFURT/MAIN. Die Steigerungen im vergangenen Jahr und zum 1. Januar müssten die Belastungen für 2002 mittragen, sagte Barmer-Vorstandschef Eckart Fiedler der Koblenzer "Rhein-Zeitung" (Samstagausgabe): "Wir garantieren deshalb in diesem Jahr einen stabilen Beitragssatz." Sofortmaßnahmen vor der Bundestagswahl im September hält Fiedler kaum noch für möglich. Aber nach der Wahl sei sofort eine umfassende Reform notwendig.

Dagegen befürchtet der CSU-Gesundheitsexperte Horst Seehofer einen Anstieg der Beiträge auf durchschnittlich 15 % des Bruttoeinkommens binnen der nächsten zwei Jahre. Der Unionsfraktionsvize im Bundestag und frühere Gesundheitsminister räumte am Freitag im Deutschlandradio zugleich ein, dass es keine "einzelne Wunderwaffe" gebe, um die Kostenexplosion zu verhindern. Gegenwärtig liegen die Kassenbeiträge in Deutschland im Durchschnitt bei 14 %.

Um die Kosten im Gesundheitswesen einzudämmen, schlug Seehofer ein ganzes Bündel von Maßnahmen vor, zu denen vor allem mehr Selbstbestimmungsmöglichkeiten der Versicherten und mehr Transparenz gehören müssten. Mit einer Reform zum jetzigen Zeitpunkt ließen sich zumindest "galoppierende Beiträge von über 15 %" vermeiden.

Im einzelnen setzte sich der CSU-Politiker für verstärkte medizinische Vorbeugungsmaßnahmen ein, um die Zahl der schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Allergien und Krebsleiden zu reduzieren. Dies müsse jedoch bald geschehen, weil sich die Erfolge einer Prävention erst langfristig zeigten. Zugleich müsse der Versicherte selbst darüber bestimmen dürfen, in welchem Ausmaß er die Kasse mit Kosten belasten wolle. Eine Trennung von Grund- und Wahlbehandlung im Leistungskatalog der Kassen lehnte er jedoch ab.

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