Segeln Olympia
Polgar und Spalteholz hoffen weiter auf Edelmetall

Die deutschen Tornado-Segler Polgar und Spalteholz können vor dem Abschlussrennen auf eine Medaille hoffen. Das Duo Pickel/Borkowski im Starboot ist dagegen zurückgefallen.

Ohne Rücksicht auf Verluste und mit Einsatz der letzten Reserven wollen Johannes Polgar und Florian Spalteholz am Donnerstag das Podium stürmen und in Qingdao das zweite Edelmetall für den Deutschen Segler-Verband (DSV) einfahren. "Es kann für uns nur eine Devise geben: Mit Vollgas nach vorn. Wir hoffen, dass unsere Konkurrenten taktieren und wir am Ende die lachenden Dritten sind", sagte Tornado-Steuermann Polgar (Dänisch-Nienhof), der mit seinem Vorschoter Spalteholz (Kiel) vor dem abschließendem Medaillenrennen auf Rang vier der Gesamtwertung liegt.

Drittplatzierte acht Punkte entfernt

Acht Punkte sind die Drittplatzierten Santiago Lange und Carlos Espinola entfernt. Um Bronze zu gewinnen, muss das deutsche Duo in der letzten Wettfahrt vier Plätze vor den Argentiniern ins Ziel kommen. Die Ausgangsposition hätte jedoch weitaus besser sein können. So gab es in den Einzelrennen am Mittwoch neben einem dritten und einem vierten Platz auch einen 13. Rang.

"Wenn man uns vor Olympia gesagt hätte, dass wir als Vierte ins Medaillenrennen gehen, wären wir zufrieden gewesen. Jetzt fühlt sich das Ganze nicht besonders gut an", meinte Polgar und ergänzte hinsichtlich der verpatzten Wettfahrt, in der man zwischenzeitlich den zweiten Platz belegt hatte: "Wir sind in ein großes Windloch geraten und komplett stehengeblieben. Dafür fehlen mir die Worte." Während Bronze immer noch möglich ist, sind Silber oder gar Gold kaum noch realistisch.

Einen schwarzen Tag im Gelben Meer erwischte derweil das Starboot-Duo Marc Pickel (Kiel) und Ingo Borkowski (Babelsberg). "Wenn wir noch eine Medaille holen sollten, käme das einem Weltwunder gleich. Dafür sind wir am Mittwoch einfach zu dumm gesegelt", schimpfte Steuermann Pickel nach zwei zehnten und einem sechsten Platz: "Es wäre viel mehr drin gewesen. Jetzt kann es für uns im Medaillenrennen am Donnerstag nur noch darum gehen, uns vernünftig zu verabschieden."

Pickel: "Das Ding ist durch"

Als Achte des Gesamtklassements haben die WM-Fünften 15 Punkte Rückstand auf den von Robert Scheidt und Bruno Prada (Brasilien) belegten Bronzerang. "Das Ding ist durch. Da kann man noch so viel rumspekulieren. Hätte, wenn und aber bringt uns nicht mehr weiter", sagte der frustrierte Pickel, der sich vor Regattabeginn die Goldmedaille als Ziel gesetzt hatte.

Mit den abschließenden Wettfahrten im Tornado und Star gehen die olympischen Segelregatten in Qingdao am Donnerstag nach 13 Renntagen zu Ende. Zum Abschluss der Surf-Konkurrenzen triumphierten am Mittwoch Weltmeister Tom Ashley (Neuseeland) und Yin Jian, die auf dem RS:X-Board das erste Segel-Gold für China in der olympischen Geschichte gewann.

Der DSV sicherte sich in der Fushan Bucht bisher einzig die 49er-Bronzemedaille durch die Brüder Jan-Peter und Hannes Peckolt (Hamburg/Kiel). Das turbulente Medaillenrennen am vergangenen Sonntag sorgt allerdings weiterhin für Unruhe. Da die dänischen Goldmedaillengewinner Jonas Warrer und Martin Ibsen in der Wettfahrt aufgrund eines vor dem Start gebrochenen Mastes mit dem Boot der Kroaten starteten, gab es eine Reihe von Protesten.

Das Internationale Olympische Komitee Italiens Coni hat inzwischen den Internationalen Sportgerichtshof CAS angerufen, um das Ergebnis überprüfen zu lassen. Sollten die Dänen doch noch disqualifiziert werden, könnten die Italiener Pietro und Gianfranco Sibello auf den Bronzerang vorrücken. Die Peckolts erhielten dann vermutlich Silber.

© SID

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