Segeln Olympia
Schümann verspielt Edelmetall - Pickel darf hoffen

Ulrike Schümann und ihre Yngling-Crew müssen die Hoffnungen auf Edelmetall bei den olympischen Segelregatten in Qingdao wohl begraben. Die Berlinerin belegte im achten Rennen einen enttäuschenden 13. Platz und muss als Neunte des Zwischenklassements nun sogar um die Teilnahme am abschließenden Medaillenrennen der besten zehn Teams am Samstag bangen.

Während Marc Pickel mit stolzgeschwellter Brust durch den Hafen spazierte, wollte sich Ulrike Schümann am liebsten hinter ihrem Boot verstecken. An einem erneut von Windkapriolen geprägten siebten Wettfahrttag auf dem olympischen Segelrevier in Qingdao erhielt der eine deutsche Medaillentraum neue Nahrung, während der andere wohl endgültig wie eine Seifenblase zerplatzte.

Der Kieler Pickel und sein Vorschoter Ingo Borkowski kamen in ihrer Auftaktwettfahrt im Starboot auf Rang zwei. Schümann und ihre Yngling-Crew vergaben durch einen 13. Rang dagegen wohl die letzte Chance auf Bronze.

"Ich will gar nichts mehr sagen und muss meine Nerven schonen", meinte die angeschlagen wirkende Berlinerin nach der für sie so enttäuschenden achten Wettfahrt. Aufholen wollte Schümann, sich vom siebten Platz weiter nach vorn kämpfen. Am Ende kam es doppelt schlimm: In der Gesamtwertung fiel die 35-Jährige auf Rang neun zurück, die beiden eigentlich verbliebenen Wettfahrten wurden aufgrund der vorherigen Rennausfälle gestrichen.

Schümann bleibt eine Wettfahrt um zehn Punkte aufzuholen

So findet am Samstag bereits das abschließende Medaillenrennen der besten zehn Teams im Yngling statt. Raum, die ausgefallenen Wettfahrten nachzuholen, gibt es nicht mehr. Zumal die bei olympischen Regatten für eine Entscheidung erforderlichen sechs Rennen bereits gesegelt sind. Schümann bleibt somit nur noch eine Wettfahrt, um sich zu verbessern. Der Rückstand auf Rang drei beträgt zehn Punkte.

Die WM-Fünften Pickel/Borkowski erwischten derweil einen Traumstart, wollten die aufkeimende Euphorie bei aller Freude jedoch bremsen. "Das war erst ein Rennen", sagte Pickel: "Uns steht eine schwierige Woche bevor, in der man hin und wieder das nötige Quäntchen Glück braucht. Zumal die Bedingungen hier grenzwertig sind."

So konnte am Freitag das nach der Flaute am Donnerstag angesetzte Mammutprogramm mit 27 Wettfahrten nicht im Ansatz durchgezogen werden. Aufgrund unsteter und drehender Winde wurden nur elf Rennen gesegelt, das Programm für die kommenden Tage weiter durcheinandergewirbelt.

Brite Ainslie vor seiner dritten Goldmedaille

Johannes Polgar/Florian Spalteholz gingen im Tornado zumindest für eine von zwei geplanten Wettfahrten aufs Wasser. Ihr Auftaktrennen hatten sich die WM-Vierten von 2005 allerdings anders vorgestellt. "Wenn wir die anderen Teams beim nächsten Start nicht wieder fünf Minuten wegfahren lassen, läuft das besser", meinte Steuermann Polgar und flüchtete sich nach Platz elf in Galgenhumor.

Die zweimaligen 470er-Europameisterinnen Steffi Rothweiler/Vivien Kussatz (München/Berlin) erwischte es zunächst noch schlimmer. Das Duo legte am 36. Geburtstag von Vorschoterin Kussatz zunächst einen Frühstart hin und wurde ans Ende des Feldes versetzt. Im zweiten Rennen des Tages reichte es dann wenigstens zu Platz acht, den man damit auch im Zwischenklassement behauptete.

Die Rennen der aktuell im 49er viertplatzierten Brüder Jan-Peter und Hannes Peckolt (Hamburg/Kiel) fielen derweil den Windbedingungen zum Opfer. Neben der Entscheidung im Yngling wird am Samstag in Qingdao auch der Olympiasieger im Finn-Dinghy gekürt. Dort kann der derzeit führende Brite Ben Ainslie mit seinem dritten Gold in der ewigen Bestenliste mit Jochen Schümann gleichziehen. Im Yngling machen Sarah Ayton (Großbritannien) und Mandy Mulder (Niederlande) den Sieg voraussichtlich unter sich aus.

© SID

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