Segeln
Schümanns Abschneiden der Gradmesser

Mit einem guten Start in die olympischen Regatten vor Qingdao sollen Ulrike Schümann und ihre Yngling-Crew der Flotte des Deutschen Segler-Verbandes (DSV) am Samstag einen "Lux-Effekt" bescheren.

"Ein gutes Auftaktergebnis kann das gesamte Team mitreißen", meint DSV-Sportdirektor Hans Sendes und erinnert an die Olympischen Spiele 2000 in Sydney: "Damals hat Amelie Lux die erste Wettfahrt gewonnen und damit der ganzen Mannschaft Auftrieb gegeben."

Surferin Lux holte am Ende Silber. Hinzu kamen Gold im Soling sowie Tornado-Silber. Es waren die bisher letzten olympischen Medaillen für den DSV. 2004 in Athen ging man leer aus. Das soll sich in China nicht wiederholen. "Es gilt, die Bilanz zu verbessern. Eine Medaille wäre gut. Aber nach oben setze ich natürlich keine Grenze", sagt Sendes.

Bedingungen könnten Schümann liegen

Schümann ist im Kampf um Edelmetall eine der größten deutschen Hoffnungen. Als dreimalige Vize-Weltmeisterin hat die Berlinerin ihr Können bereits unter Beweis gestellt. Zudem dürften ihr die schwierigen Windbedingungen auf dem Olympia-Revier entgegen kommen. "Ich bin eine absolute Gefühlsseglerin und liebe es, wenn es knifflig wird", erklärt die 35-Jährige, die folgerichtig mit hohen Erwartungen an sich und ihre beiden Vorschoterinnen Ute Höpfner und Julia Bleck in die Wettfahrten geht.

"Have fun, win Gold", lautet das Olympia-Motto von Schümann, die zwar sogar den gleichen Vornamen wie die Tochter des dreimaligen Olympiasiegers Jochen Schümann trägt, mit dem zweimaligen America's-Cup-Sieger jedoch nicht verwandt ist: "Unser Ziel ist eine Medaille. Natürlich ist Gold der absolute Traum." Als härteste Konkurrentin gilt die britische Welt- und Europameisterin Sarah Ayton.

Peckolt-Brüder im 49er am Start

Am Sonntag gehen dann die Brüder Jan-Peter und Hannes Peckolt (Hamburg/Kiel) im 49er aufs Wasser. Die EM-Zweiten von 2007 geben sich vor ihrem olympischen Debüt zurückhaltend. "Es ist nicht so, dass wir wie Hulle über das Wasser flitzen. Aber wir haben auch keine Sorgen. Unser Ziel ist es, eine gute Regattaserie zu segeln. Wir werden alles geben. Dann wird man sehen, was am Ende dabei herausspringt", sagt Hannes Peckolt.

Weitaus höhere Ambitionen hegt derweil der britische Superstar Ben Ainslie. Im Finn-Dinghy will der 31-Jährige das dritte olympische Gold in Folge gewinnen. Neben seinen Triumphen 2000 und 2004 holte er 1996 in Atlanta zudem Silber. Mit einem Sieg in Qingdao könnte Ainslie in der ewigen Olympia-Bestenliste mit Jochen Schümann gleichziehen. Erfolgreicher war bisher nur der Däne Paul Elvström, der zwischen 1948 und 1960 viermal ganz oben auf dem Podium stand.

© SID

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