Segen des Fia-Weltrats im Dezember gilt als sicher
Formel 1 begrüßt die beschlossenen Regeländerungen

Michael Schumacher weint zwar seinem Lieblingsrennen in Spa-Francorchamps eine Träne nach, "weil ich mit dieser Strecke viele schöne Erinnerungen verbinde". Doch auch der Weltmeister ist wie die gesamte Formel-1-Welt zufrieden mit den Reformen für die nächste Saison.

dpa HAMBURG. "Die Regeländerungen sind weitgehend in Ordnung", ließ Ferrari-Pilot Schumacher gestern in einer Erklärung mitteilen: "Speziell der veränderte Qualifying-Modus kommt mir eher entgegen, weil ich ganz gut sofort eine schnelle Runde hinlegen kann." Die Formel-1-Kommission des Internationalen Automobilsportverbandes Fia hatte am Montag die gravierendsten Regeländerungen in der "Königsklasse" seit Jahren beschlossen.

Der Segen des Fia-Weltrats im Dezember gilt als sicher. Die Hoffnungen sind groß, dass die WM-Saison 2003 nach der erdrückenden Ferrari-Dominanz in diesem Jahr endlich wieder spannender wird. Dass die Position des fünfmaligen Weltmeisters Michael Schumacher nach der Reform ernsthaft gefährdet wird, glauben indes nur wenige. "Um Michael zu stoppen, hätte man ihm schon Handschellen anlegen müssen", sagte Schumacher-Manager Willi Weber. Mit den Beschlüssen könne man leben und zufrieden sein. "Nach dem ganzen Quatsch im Vorfeld hört sich das alles ganz vernünftig an", ergänzte er.

Teamchef Eddie Jordan befand: "Ich habe mich immer für Veränderungen ausgesprochen, um die Show zu verbessern und auch die Kosten besser zu kontrollieren." Die italienischen Medien fanden ebenfalls positive Worte. "Kein Putsch gegen Ferrari. Die Formel 1 ändert sich nicht, wird aber vielleicht unterhaltsamer", schrieb die "La Gazzetta dello Sport". "La Repubblica" meinte: "Die Formel 1 bestraft Schumacher nicht."

Die Kommission hatte unter anderem die Stallorder verboten, den Qualifikations-Modus verändert und ein neues WM-Punktesystem eingeführt. Zudem wurde der Große Preis von Belgien wegen des Tabakwerbeverbot gestrichen. Nur eine der neun Ideen aus dem im Vorfeld viel diskutierten Reformpaket von FIA-Präsident Max Mosley wurde umgesetzt: Die Reifenhersteller Bridgestone und Michelin dürfen künftig für jedes Team zwei verschiedene Mischungen anbieten. Vor allem die Änderung in der Qualifikation, in der jeder Fahrer eine Runde am Freitag und Samstag als Solist und nicht mehr im Pulk zurücklegen muss, wurde begrüßt.

"Das neue Qualifikationssystem garantiert interessantere Freitage und abwechslungsreichere Startaufstellungen", sagte Ferraris Sportdirektor Jean Todt zum neuen Qualifikationsmodus. Williams-BMW-Fahrer Ralf Schumacher meinte: "Das ist nicht nur für die Zuschauer spannender, sondern auch für uns Fahrer. Ich freu mich schon auf eine schnelle Runde ohne Verkehr." Noch mehr Spannung erhofft er sich durch das neue Punktesystem, bei dem die ersten acht statt der bisher ersten sechs Fahrer Zähler erhalten: "Das ist meiner Meinung nach eine klasse Regelung: So schiebt sich alles näher zusammen."

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