Seifert droht lebenslange Haftstrafe
Neuer NS-Kriegsverbrecherprozess in Italien

dpa VERONA. Nach mehr als einem halben Jahrhundert will die italienische Justiz dem mutmaßlichen NS-Kriegsverbrecher Michael Seifert den Prozess machen. Das Verfahren beginne an diesem Montag in Verona, berichtete die italienische Zeitung "La Repubblica" am Sonntag.

Dem heute 76-Jährigen werde vorgeworfen, an der Ermordung von 18 Menschen in einem Lager in Bozen beteiligt gewesen zu sein. Ihm drohe eine lebenslange Haftstrafe. Der aus der Ukraine stammende Seifert lebe heute in Vancouver (Kanada) und werde nicht vor Gericht erscheinen. Im Falle einer Verurteilung müsse er jedoch mit seiner Ausweisung rechnen.

Seifert habe das so genannte Übergangslager in Bozen vom Sommer 1944 bis April 1945 geleitet. Etwa 15 000 Gefangene seien von dort aus in deutsche KZ deportiert worden. Überlebende berichteten, Seifert sei ein Sadist gewesen. 15 Zeugen wollen in dem Verfahren aussagen. "Er herrschte wie der Herr über Leben und Tod", sagte eine Überlebende. Der einstige SS-Mann sei nach dem Krieg spurlos verschwunden und erst kürzlich in Vancouver entdeckt worden.

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