Seifert will mit Xetra an die Wall Street expandieren: Deutsche Börse drängt nach Amerika

Seifert will mit Xetra an die Wall Street expandieren
Deutsche Börse drängt nach Amerika

Die Deutsche Börse AG will ihre Präsenz auf dem amerikanischen Markt ausbauen. "Die USA sind für uns ein großes Thema", sagte Börsenchef Werner Seifert dem Handelsblatt.

pot/rob FRANKFURT. Er zeigte sich zuversichtlich, dass sein Unternehmen künftig Handelsbildschirme des Computersystems Xetra jenseits des Atlantiks aufstellen darf. Dies ist derzeit noch verboten. Seifert geht jedoch davon aus, dass der Chef der US-Wertpapieraufsicht SEC die Regeln lockern wird. Davon verspricht sich der Börsenchef gute Geschäftschancen auf dem größten Kapitalmarkt der Welt.

Grundsätzlich zeigte sich Seifert offen für Kooperationen mit einem amerikanischen Partner. Dabei müsse es sich nicht unbedingt um die Computerbörse Nasdaq handeln.

Auch in Europa ist der Expansionsdurst der Frankfurter trotz der milliardenschweren Übernahme des Wertpapierabwicklers Clearstream noch nicht gestillt. Seifert ließ keinen Zweifel daran, dass er an weiteren Kooperationen oder Übernahmen interessiert ist. Sowohl Italien als auch Spanien seien sehr interessante Märkte, erklärte der Börsenchef. In Spanien werde möglicherweise in Kürze eine erste Kooperation vereinbart, die aber nicht das Kerngeschäft der Börse, den Handel und die Abwicklung von Wertpapiertransaktionen, betreffen werde.

Darüber hinaus hält Seifert auch die Londoner Börse weiterhin für einen "attraktiven Partner". In Finanzkreisen wird immer wieder kolportiert, die Deutsche Börse könne die Akquisition der London Stock Exchange (LSE) anstreben, nachdem die Fusion beider Börsen vor anderthalb Jahren gescheitert ist. Mittlerweile gilt die LSE als die schwächste der drei großen europäischen Börsen. Während Frankfurt und die Dreiländerbörse Euronext sowohl im Kassa- und Termingeschäft aktiv sind, hat die LSE nur einen - allerdings sehr großen - Aktienmarkt.

Seifert unterstrich die strategische Bedeutung der Clearstream-Übernahme. Vor wenigen Tagen hatte sich die Börse, der bereits 50 % des Abwicklers gehören, mit der Spitze der Holding Cedel auf eine vollständige Übernahme geeinigt. Cedel gehören die restlichen Anteile. Der Kaufpreis beträgt 1,75 Mrd. . Mit der Integration von Clearstream runde die Börse ihre Wertschöpfungskette vom Handel bis zur Abwicklung von Wertpapiergeschäften ab, sagte Seifert.

Zugleich signalisierte er, dass er den Wechsel der Großbanken JP Morgan Chase und UBS zum Konkurrenten Euroclear verhindern will: "Wir werden ihnen ein Angebote unterbreiten." Beide Kunden seien zu wichtig, als dass die Börse auf sie verzichten wolle. Die beiden Banken hatten ihre Abwanderungspläne offiziell mit der Clearstream-Übernahme durch die Börse begründet. Sie hätten stattdessen eine Fusion von Euroclear und Clearstream bevorzugt.

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