Seine Fehler haben ihn reifer gemacht
Das Leben des Jan U.

Boris Becker, Günter Netzer, Oliver Kahn - und jetzt eben auch Jan Ullrich. Jeder Sportler, der etwas auf sich hält, schreibt heutzutage eine Autobiografie. Der Zeitpunkt der Veröffentlichung des Buches des Radstars mit dem Titel "Ganz oder gar nicht" ist günstig gewählt. Denn wann, wenn nicht kurz vor dem Start der Tour de France, steht der 30-Jährige mehr im Rampenlicht der Öffentliochkeit.

HB KÖLN. Der Tour-de-France-Gewinner von 1997 beschreibt in dem Werk seine persönlichen Höhen und Tiefen und schildert unter anderem, wie es dazu kam, dass er in einer Discothek Ecstasy-Pillen schluckte, deshalb wegen Dopings gesperrt wurde und mit Fehlern die Beziehung zu seiner Lebensgefährtin auf das Spiel setzte: "Ich hatte furchtbare Angst, dass Gaby mich nicht mehr wollte. Aber mir war auch klar: Ich würde um sie kämpfen."

Der Olympiasieger bekennt in dem Buch, dass er "Fehler gemacht und Erfahrungen gesammelt" habe. "Ich habe mich weiter entwickelt und bin ein reiferer Mensch geworden. Es wird mir dennoch wohl immer wieder schwer fallen, meine Schwächen zu besiegen." Aber wenn er mit dem Rücken zur Wand stehe und viele an ihm zweifeln würden, sei er besonders stark: "Dann bin ich ein Kämpfer."

Bei der Präsentation vor etwa 100 Medien-Vertretern in einem Kölner Hotel schilderte der Amateur-Weltmeister von 1993 auch, wie es zu seiner Lust auf Süßigkeiten kam. Sein älterer Bruder Stefan habe dem neugeborenen kleinen Jan im Jahr 1973 einen Weihnachts-Schokoladenmann in dem Mund gesteckt: "Da habe ich dann dran genuckelt, das war meine erste feste Nahrung. Und darauf führe ich meinen Heißhunger auf Schokolade zurück", schilderte Ullrich.

Das Jan-Ullrich-Buch, das der Radprofi zusammen mit dem Fernseh- Journalisten Hagen Boßdorf geschrieben hat, ist ab 26. Juni im Buchhandel zu haben.

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