Seit 1999 in Kraft
Stichwort: Das Insolvenzverfahren

Die Insolvenzverordnung (InsO) ist seit dem 1. Januar 1999 in Kraft und hat die bis dahin gültige Konkurs- und Vergleichsordnung beziehungsweise in den neuen Ländern die Gesamtvollstreckung abgelöst. Vorrangiges Ziel des Insolvenzverfahrens ist es, die Rettung eines Unternehmens zu ermöglichen. Am Dienstag stellte der Flugzeugbauer Fairchild Dornier Insolvenzantrag, nachdem in den vergangenen Tagen bereits auch die Philipp und der Thüringer Baudienstleister Mühl AG die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragt hatten.

dpa HAMBURG. Anlass für einen solchen Antrag ist die drohende oder tatsächliche Zahlungsunfähigkeit eines Schuldners oder die Überschuldung. Das Insolvenzverfahren wird vom Schuldner beantragt, wenn er etwa keine Chance mehr für einen außergerichtlichen Vergleich sieht oder vom Gläubiger, der eine geordnete Abwicklung erreichen möchte. Die Unternehmensführung ist verpflichtet, bei Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung spätestens innerhalb von drei Wochen Insolvenzantrag beim zuständigen Insolvenzgericht zu stellen.

Während das Gericht die Antragsvoraussetzungen prüft, kann es bereits Sicherungsmaßnahmen über das Schuldnervermögen treffen. Es ernennt einen vorläufigen Insolvenzverwalter, der so lange "vorläufig" genannt wird, bis das Verfahren eröffnet ist. Dies geschieht nur, wenn ausreichend Masse vorhanden ist.

Der Insolvenzverwalter erhält besondere Vollmachten und ist für die Geschäfte des Unternehmens verantwortlich. Er prüft Möglichkeiten, den Betrieb weiter zu führen, stellt in Abstimmung mit der Gläubigerversammlung einen Insolvenzplan auf oder sucht nach potenziellen Investoren. Sobald ein Insolvenzplan rechtskräftig bestätigt wird, beschließt das Gericht die Aufhebung des Insolvenzverfahrens. Die Gläubiger können die vereinbarten Leistungen verlangen und gegebenenfalls vollstrecken, der Schuldner ist von erlassenen Forderungen befreit.

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