Seit 7. Dezember verschwunden: Verhandlungen über Kapitulation des Taliban-Chefs

Seit 7. Dezember verschwunden
Verhandlungen über Kapitulation des Taliban-Chefs

In Afghanistan wird nach Angaben aus Geheimdienstkreisen über eine Kapitulation des flüchtigen Taliban-Chefs Mullah Mohammad Omar verhandelt. "Wir stehen weiter mit den Leuten dort in Kontakt, um eine Möglichkeit zu finden, dies friedlich zu beenden", hieß es am Mittwoch in Kreisen des Geheimdienstchefs von Kandahar.

rtr KABUL. Omar wird in der Nähe der Stadt Baghran in der Provinz Helmand im Süden Afghanistans vermutet. Kandahars Geheimdienstchef Hadschi Gullalai hat dort nach eigenen Angaben bis zu 2000 Anti-Taliban-Kämpfer zusammengezogen. In Kabul nahm ein Erkundungsteam der Internationalen Afghanistan-Schutztruppe ISAF seine Arbeit auf. Die Bundesmarine startete zu ihrem Anti-Terror-Einsatz.

"Es gibt zurzeit keine Kämpfe und die Einwohner wollen auch weder Zerstörung noch Tod", hieß es in den Geheimdienstkreisen. Am Dienstag hatte Geheimdienstchef Gullalai gesagt, die Taliban- Kämpfer, die Omar beschützten, seien aufgefordert worden, diesen auszuliefern. Seine Kämpfer stünden bereit, das vermutete Versteck Omars zu stürmen. Omar gilt als verschwunden, seit die letzte Taliban-Hochburg Kandahar am 7. Dezember an die Kämpfer der Opposition gefallen war.

Auch rund 200 US-Elitesoldaten waren nach Angaben des US-Oberkommandos am Dienstag in der Region im Einsatz. Dabei gehe es aber nicht um die Verfolgung Omars, hieß es. Die Soldaten hätten Gebäude durchsucht, die von Kämpfern der Taliban und der El-Kaida-Organisation Bin Ladens benutzt worden seien. Die USA machen Bin Laden für die Anschläge am 11. September verantwortlich, bei denen in den USA etwa 3000 Menschen getötet wurden.

Der Chef der afghanischen Übergangsregierung, Hamid Karsai, sagte in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview, die USA sollten ihre militärischen Aktivitäten in Afghanistan fortsetzen, bis der Terrorismus ausgelöscht sei. Er und viele Afghanen wollten, dass Friedenstruppen im ganzen Land eingesetzt würden, sagte Karsai der "New York Times".

Ein Erkundungsteam der Schutztruppe nahm am Mittwoch in Kabul seine Arbeit auf. Die Soldaten sollten sich zwei Tage mit der Lage dort vertraut machen, sagte ein Sprecher der britischen Streitkräfte. Rund 300 britische Soldaten bereiteten als Hauptquartier der Truppe ein ehemaliges Sportzentrum vor, das bereits während der Taliban-Herrschaft als Militärbasis genutzt wurde. Sie stellten Stacheldrahtzäune auf, errichteten Zelte, reparierten Fenster eines Betongebäudes und legten Stromanschlüsse. Großbritannien hat für die ersten drei Monate die Führung der ISAF übernommen. Das Erkundungsteam soll prüfen, unter welchen Bedingungen die Soldaten im Raum Kabul untergebracht, verpflegt und medizinisch versorgt werden können.

In Wilhelmshaven lief ein Flottenverband der Bundesmarine zu seinem Einsatz im Rahmen der internationalen Terror-Bekämpfung aus. Die sechs Schiffe, darunter die Fregatten "Emden" und "Köln" sowie der Versorger "Freiburg", sollen nach einer rund dreiwöchigen Fahrt ihr Einsatzgebiet am Horn von Afrika vor der Küste Somalias erreichen. Als Beitrag zur Operation "Enduring Freedom" (Dauerhafte Freiheit) soll die deutsche Marine dort die Seewege sichern und die Nachschub- und Fluchtwege terroristischer Organisationen unterbrechen.

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