Seit April geht es mit der Aktie wieder bergauf
Electronics Line profitiert von der Euro-Stärke

In einem unterscheidet sich Electronics Line ganz deutlich von den anderen sieben am Neuen Markt gelisteten israelischen Unternehmen: Der Hersteller von Sicherheitsystemen zur drahtlosen Überwachung von Gebäuden ist inzwischen das einzige Unternehmen aus dem Heiligen Land, das noch Gewinne schreibt.

FRANKFURT/M. Allerdings nehmen nur wenige Anleger davon Notiz. Der Kurs der Electronics Line-Aktie blieb wie so viele andere Aktien nicht vom allgemeinen Aderlass an der deutschen Wachstumsbörse verschont. Im April verlor die Aktie etwa die Hälfte ihres Wertes bis auf 5,30 Euro.

Seither geht es mit der Aktie wieder bergauf, was sicherlich auch mit den in der vergangenen Woche vorgelegten Quartalszahlen zusammenhängt. Damit unterstrichen die Israelis gerade ihre Stellung als Wachstumsunternehmen. Der Umsatz wurde in den ersten drei Monaten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 36 % auf knapp 11 Mill. Euro gesteigert, der Nettogewinn wuchs um 6 % auf 0,92 Mill. Euro. Trotzdem weist der gestrige Kurs von 6,55 Euro gerade mal ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 5,6 auf. Damit wäre Electronics Line wieder moderat bewertet. Noch im vergangenen Dezember kritisierten die Analysten von AC Research den damaligen Kurs von 12,70 Euro als zu hoch.

Das Problem gerade der am Neuen Markt notierten Papiere ist allerdings inzwischen, dass sich kein einizger Analyst mehr mit dem Titel befasst. Wer sich also hier zu Lande dafür interessiert, muss auf die ursprüngliche Notiz an der Börse Tel Aviv blicken. Dort herrschte zuletzt deutlich mehr Bewegung in der Aktie als in Frankfurt. Das liegt zum einem daran, dass der US-Dollar in den letzten Tagen deutlich gegenüber dem Euro verlor. Electronics Line kauft einen Großteil seines Rohmaterials in Dollar ein, verkauft hingegen seine Produkte meist gegen Euro. Die umgekehrte Entwicklung belastete im ersten Quartal noch das Ergebnis.

Zum anderen genießt Electronics Line in Israel - auch wenn 98 % der Umsätze außerhalb des Landes erwirtschaftet werden - wesentlich höheres Zuspruch als beispielsweise in Deutschland. Im Index der Top 100 an der Tel Aviv Stock Exchange (TASE) gelisteten Unternehmen befindet sich Electronics Line derzeit auf Position 67.

"Die Entwicklung der Aktie spielgelt derzeit nicht die Entwicklung des Unternehmens wider", glaubt Dan Krubiner, gemeinsam mit seinem Bruder Gad Krubiner gleichberechtigter Vorstandschef des von beiden 1982 gegründeten Unternehmens. Seinen Optimismus bezieht er aus dem Ausbau der Marktstellung im ersten Quartal. In dieser Zeit gelang es, in neue Märkte vorzudringen und gleichzeitig die Position in bestehenden Märkten auszubauen. Dabei profitierte Electronics Line wie die gesamte Sicherheitsbranche von den stark angewachsenen Nachfrage seit den Anschlägen vom 11. September. Nach wie vor ist Europa der stärkste Absatzmarkt vor den USA. Eigene Vertriebsniederlassungen gibt es bereits in Großbritannien, Frankreich und den USA. In Kürze soll ein Standort in Deutschland eröffnet werden. In 65 Ländern ist Electronics Line darüber vertreten. Mit neuen, preiswerteren und leichter zu installierenden Produkten gelang es, den Absatz vor allem im Privatkundenbereich deutlich zu steigern.

Mit gesteigerten Ausgaben für Forschung & Entwicklung sollen wie schon im vergangenen Jahr etliche Produktentwicklungen Marktreife erlangen. Zuletzt wurden eine neue Produktlinie bei verschiedenen internationalen Kunden erfolgreich eingeführt. Eine weitere Produktlinie mit ganz neuer Technologie soll in zwei bis drei Quartalen folgen, kündigte Krubiner gegenüber dem Handelsblatt an. "Wir fühlen uns derzeit sehr komfortabel aufgestellt", resümmiert der Unternehmenschef.

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