Seit Dienstag kein Kontakt zu Inhaftierten
Afghanistan: Diplomaten bemühen sich um Visa-Verlängerung

Einen Tag vor dem Ablauf ihrer Visa wollen sich Diplomaten am Montag in Afghanistan weiter um eine Verlängerung ihres Aufenthalts und den Zugang zu inhaftierten Mitarbeitern einer Hilfsorganisation bemühen.

Reuters/ap CANBERRA/KABUL. "Die Vertreter werden sich am Montag um eine Verlängerung ihrer Visa bemühen, aber die Taliban haben sie informiert, dass keine Verlängerungen gewährt werden", sagte eine Sprecherin des australischen Außenministeriums. Die Diplomaten erwarteten, am Dienstag nach Pakistan ausreisen zu müssen und sich von dort aus weiter um direkten Kontakt zu vier Deutschen, zwei Australiern und zwei US-Bürgern zu bemühen. Diese waren Anfang August unter dem Vorwurf der Missionierung festgenommen worden.

Die in Pakistan ansässige Nachrichtenagentur AIP hatte am Sonntag unter Berufung auf Taliban-Regierungskreise in der afghanischen Hauptstadt Kabul gemeldet, die Haltung der Taliban habe sich nicht geändert. Die Diplomaten sollten am Montag mit Vertretern der Taliban zusammentreffen. Auf die Frage, wie sich die Diplomaten nach dem Ablauf ihrer Visa verhalten sollten, sagte ein Sprecher des Taliban-Außenministeriums: "Wir erwarten, dass die Diplomaten die Gesetze unseres Landes respektieren." Die Taliban hatten zuvor den Diplomaten die Ausreise empfohlen. Den weiteren Verlauf der Ermittlungen könnten sie auch aus Pakistan beobachten, hieß es.

Seit Dienstag vergangener Woche bemühen sich die Diplomaten um Zugang zu den Inhaftierten. Die australische Sprecherin sagte, die Taliban hätten zugesagt, einige Pflegeartikel weiterzuleiten. Es gebe jedoch keine Anzeichen dafür, dass diese auch tatsächlich bei den Festgenommenen angekommen seien. Die Taliban werfen den Inhaftierten christliche Missionierung vor, die nach dem in Afghanistan geltenden islamischen Recht mit dem Tod bestraft werden kann. Die Hilfsorganisation hat die Vorwürfe zurückgewiesen.

Taliban greifen Stellungen der Opposition an

Kampfflugzeuge der Taliban haben am Montag Stellungen der Opposition nördlich der Hauptstadt Kabul angegriffen. Das Gebiet gilt als Hochburg von Achmed Schah Massud, dem früheren Verteidigungsminister. Berichte über Opfer lagen zunächst nicht vor. Der Angriff der radikalislamischen Taliban schien eine Antwort auf einen Raketenangriff der Opposition vom Sonntag auf die Berge um Kabul gewesen zu sein, als die Taliban den afghanischen Unabhängigkeitstag mit einer Militärparade feierten. Sie beherrschen rund 95 % des Landes.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%