Seit Donnerstag läuft Insolvenzverfahren
Cargolifter rechnet mit Bundesbürgschaft

Der insolvente Luftschiffbauer Cargolifter kann Branchenkreisen zufolge womöglich mit Bundeshilfen zur Fortführung seines Unternehmens rechnen.

Reuters BERLIN. Es gebe Anzeichen, die in diese Richtung gingen, hieß es am Montag in den Kreisen. "Bei einer negativen Entscheidung würden alle Beteiligten erfahrungsgemäß mehr auf Zeit spielen", verlautete weiter. Der Beschluss, ob der Bund für eine Hilfe des Landes Brandenburg von etwa 40 Millionen für Cargolifter eine Bürgschaft erteilen werde, könne in den nächsten Tagen fallen.

Nach übereinstimmenden offiziellen Angaben wird mit einer baldigen Entscheidung gerechnet. Ein Sprecher des Kanzleramtes wies Spekulationen zurück, die Behörde könne möglicherweise die Entscheidung anstelle des Bundeswirtschaftsministeriums treffen. "Es gibt keine Anzeichen für eine Verlagerung ins Kanzleramt."

Das Insolvenzverfahren für die Cargolifter AG und sechs Tochtergesellschaft war am Donnerstag eröffnet worden. Das Konzept des Insolvenzverwalters Rolf-Dieter Mönning sieht vor, mit 40 Millionen Euro Landesmitteln und einer Bundesbürgschaft sowie 30 Millionen Euro über den Kapitalmarkt den Fortbestand des Luftschiffbauers zu sichern. Das Land hatte nach Unternehmensangaben seine Bereitschaft signalisiert, sofern der Bund auch mitzöge.

Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) hatte am Wochenende in einem Zeitungsinterview gesagt, das Land habe finanziell sein Mögliches getan, nun müsse auch der Bund "ein Bekenntnis abgeben". Ein Sprecher Platzecks sagte am Montag Reuters, es gebe noch keine endgültige Entscheidung. "Wir warten auf den nächsten Schritt aus Berlin." Dieser wird nach Angaben von Cargolifter und des Bundeswirtschaftsministeriums in der nahen Zukunft erwartet. Konkreter äußerten sich Sprecher nicht.

Cargolifter-Betriebsratschef Matthias Flörsch geht von davon aus, dass mehr als die bisherigen 178 Mitarbeiter freigestellt würden, sollten es nicht bald eine Entscheidung und Geld geben. Zudem sei damit zu rechnen, dass es zu Kündigungen komme, sagte Flörsch Reuters. Nach seinen Informationen sei die Entscheidung über eine Bundesbürgschaft inzwischen beim Kanzleramt. Ein Sprecher des Behörde wies dies jedoch zurück.

Cargolifter beschäftigt nach eigenen Angaben derzeit noch etwa 230 der ehemaligen knapp 500 Mitarbeiter. Das Unternehmen will sich künftig auf den Bau und die Vermarktung des Lastenballons CL 75 konzentrieren und hat wegen der Finanzkrise sein Hauptprojekt, den Bau des Luftschiffes CL 160, zurückgestellt. Es soll nach ursprünglichen Planungen Lasten von bis zu 160 Tonnen transportieren und punktgenau absetzen können.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%