Seit Jahren steigert der Mischkonzern die Gewinne um mindestens 15% pro Jahr
United Technologies mit beständigen Wachstum

Joseph Campbell, Analyst beim Investmenthaus Lehman Brothers, rechnet in den kommenden 12 Monaten mit einem Aktienkurs von 80$.

NEW YORK. Der Name des Mischkonzerns United Technologies sagt selbst in den USA nicht allen Menschen etwas. Es ist kein Vergleich etwa zum Bekanntheitsgrad des Rivalen General Electric, dessen Produkte - ob Kühlschrank oder Flugzeugmotor - fast alle das GE-Logo tragen. Aber trotzdem gehört die United Technologies Corp. (UTC) wie GE zu den großen amerikanischen Industriekonglomeraten, die ihren Aktionären seit Jahren beständiges Wachstum bieten. Die einzelnen Produkte des Unternehmens aus Hartford/Connecticut sind dabei keineswegs unbekannt. So nutzen Amerikaner UTC-Produkte, wenn sie in einen Aufzug Marke Otis steigen, wenn ihre Büros von Carrier-Klimaanlagen gekühlt werden, oder wenn ihre Kinder mit Hubschrauber-Modellen von Sikorsky spielen - und davon träumen, irgendwann in einem richtigen Helikopter der Air Force zu fliegen. Viele Zivil- und Militärflugzeuge werden zudem von Motoren der UTC-Sparte Pratt & Whitney angetrieben.

Zweistelliges Wachstum bei Gewinn und Umsatz

United Technologies bietet Hochtechnologie und Dienstleistungen für Luft- und Raumfahrt, die Verteidigungsbranche sowie für die Bauindustrie. Im vergangenen Jahr machte der Konzern damit 1,8 Mrd.$ (+18%) Gewinn bei einem Umsatz von 26,6 Mrd.$ (+10%). Das starke Wachstum ist kein Einzelfall. Für die Analysten der Investmentbank Goldman Sachs gehört UTC zu den besten Empfehlungen des Jahres, weil das Unternehmen in den vergangenen Jahren beständiges Gewinnwachstum geliefert hat. Das sei das Resultat von Akquisitionen, erbarmungslosen Kostenkürzungen und der Entwicklung neuer Produkte, meinen die Experten.

Zum "Meistbewunderten Unternehmen" gekürt

United Technologies steht auch ganz oben auf der vielbeachteten Liste der "meistbewunderten Unternehmen" in der Luftfahrtbranche, die das Wirtschaftsmagazin Fortune jährlich herausgibt. Damit hat UTC in diesem Jahr den Konkurrenten Honeywell abgelöst, der gerade von General Electric übernommen wird. UTC hatte im vergangenen Jahr noch selbst versucht, Honeywell zu übernehmen.

Zugpferd beim Umsatz von UTC ist der größte US-Heizungs- und Klimaanlagenhersteller Carrier. Darauf folgen Pratt & Whitney, der weltgrößte Aufzug- und Rolltreppenhersteller Otis sowie die Sparte Flugsysteme, zu denen Sikorsky und Hamilton Sundstrand gehören. In diesem Jahr will UTC-Vorstandschef George David den Konzerngewinn wieder um mindestens 15% steigern. Die Analysten scheinen ihm zu vertrauen. George Shapiro, Analyst bei der Investmentbank Salomon Smith Barney, erhöhte nach der jüngsten Analystenkonferenz sein Kursziel für United Technologies. Er rechnet jetzt in den kommenden 12 Monaten mit einem Kurs von 90$. "Wir glauben, dass es schon zu einer weltweiten Rezession kommen muss, damit United Technologies sein Kursziel verfehlt", sagt Shapiro über das Unternehmen. Er weist darauf hin, dass Carrier und Sundstrand bisher keine Schwäche gezeigt haben, obwohl diese Sparten von einer Rezession am ehesten getroffen würden.

UTC-Boss David befürchtet ohnehin keine Rezession der US-Konjunktur, wie er am Rande der Analystenkonferenz in einem Interview sagte. Die Konjunktur wurde bisher vom Wachstum der Produktivität getrieben und das Internet werde für weiteren Produktivitätsschub sorgen. David: "Ich glaube wir haben noch nicht mal an der Oberfläche des Produktivitätszuwachses gekratzt, das aus Internet-Anwendungen resultieren wird." Zudem sei die breite Diversifizierung von UTC eine der besten Absicherungen gegen Konjunkturschwäche. 55% des Umsatzes erzielt das Unternehmen außerhalb der USA, wo auch die Hälfte der 154 000 Mitarbeiter beschäftigt ist. Joseph Campbell, Analyst beim Investmenthaus Lehman Brothers, rechnet in den kommenden 12 Monaten mit einem Aktienkurs von 80$. Er weist darauf hin, dass das Unternehmen mit der Erforschung wasserstoffbetriebener Brennstoffzellen schon im Jahr 2005 1,5 Mrd. $ Umsatz machen will.

Belastung des Kurses unter anderem durch Asienkrise

Die Entwicklung des Aktienkurses seit 1997 zeigt sich jedoch nicht ganz so stabil wie der Gewinnzuwachs des Unternehmens. Die Asienkrise und die Schwäche in der Luftfahrtbranche belasteten 1998 den Kurs. In den letzten zwei Jahren hat sich der Aktienkurs mehrfach schlechter entwickelt als der Markt. Nach Ansicht von Campbell ist das ein Zeichen der Unsicherheit bei Investoren, ob UTC die Gewinne kontinuierlich um 15% steigern kann. Bisher habe das Unternehmen die Investoren aber jedes Jahr positiv überrascht. Campbell: "Wir glauben nicht, dass das in diesem Jahr anders sein wird."

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