Seit Wochenbeginn hat der Dax sechs Prozent verloren
Dax schließt schwach

Mit schwachen Kursen hat der deutsche Aktienmarkt die Freitagssitzung beendet. Dabei zog sich die Dollar-Schwäche wie ein roter Faden durch die gesamte Woche und belastete auch am letzten Handelstag die Kurse. Zum Wochenausklang wurden für 1 Euro mehr als 1,18 Dollar bezahlt. Dies belastete vor allem die Aktien der Automobilhersteller und der Versicherer, die mittlerweile einen Großteil ihrer Prämien im Dollar-Raum erwirtschaften.

vwd FRANKFURT. Mit dem Blick nach vorn sprachen Beobachter davon, dass das Patt zwischen den Sorgen vor einer drohenden Deflation einerseits und den Hoffnungen auf eine kräftige Zinssenkung andererseits auch in der kommenden Woche die Kurse vermutlich unter hohen Schwankungen seitwärts tendieren lassen dürfte. Der Trend zur Umschichtung von Aktien in Renten hielt an, der Terminkontrakt auf langlaufende Anleihen, der Bund-Future, markierte ein neues Allzeithoch. Immerhin, so ein Händler, habe der Dax sich über der Marke von 2 800 Punkten gehalten. Behauptete Kurse an der Wall Street hätten größere Verluste hierzulande zumindest verhindert

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Händler begründeten die Aktienkursverluste auf breiter Basis auch mit dem anstehenden Feiertag in den USA und Großbritannien am Montag. "Vor dem verlängerten Wochenende wollen Investoren nicht mehr auf verlustträchtigen Aktienpositionen sitzen bleiben", sagte ein Marktteilnehmer. Der Markt sei sehr nervös und illiquide gewesen. "Wir haben es zum guten Teil auch mit einer politischen Börse zu tun" ergänzte ein anderer Händler mit Blick auf Befürchtungen, dass Terroristen die Feiertage zum Anlass für neue Anschläge nehmen könnten.

Belastet haben nach Aussage von Marktteilnehmern neben dem schwachen Dollar auch Gerüchte um Bilanzunreglemäßigkeiten des niederländischen Versicherers Aegon. Vor allem die Versicherer gerieten unter Druck, Allianz wurden auch durch einen negativen Analystenkommentar gedrückt: Die Herabstufung durch J.P. Morgan liege schwer auf dem Kurs, berichteten Händler. Allianz gaben 5,1 Prozent auf 58,95 Euro ab. Auch Münchener Rück schlossen sich dem Trend an und verloren 4,8 Prozent auf 81,60 Euro. Auch Bankenwerte wie Hypo-Vereinsbank und Deutsche Bank schlossen mit Verlusten von 2,7 bzw 1,9 Prozent.

Die Automobilwerte litten deutlich unter dem starken Euro. So verloren Daimler-Chrysler 2,7 Prozent auf 25,51 Euro und Volkswagen 2,5 Prozent auf 30,12 Euro. BMW drehten zwischenzeitlich ins Plus, gingen dann aber mit einem Minus von 1 Prozent auf 26,85 Euro aus dem Handel. Metro und FMC notierten ex Dividende, was die Titel optisch schwächer erscheinen ließ. Bei Metro betrug die Ausschüttung 1,02 Euro - die Aktie verlor 1,27 Euro -, bei FMC wurde eine Dividende von 0,94 Euro gezahlt - die Aktie verlor mit 1,84 Euro fast doppelt soviel.

Zu den wenigen Gewinnern zählten Altana, die um 3,2 Prozent auf 53,87 Euro zulegten. Die Aktie wurde Händlern zufolge von guten Nachrichten zum Asthma-Medikament "Roflumilast" gestützt. Bei Siemens beobachteten Händler Käufe vor allem von Londoner Finanzhäusern, die Titel gaben am Schluss leicht nach, nachdem sie längere Zeit zulegen konnten. Schering kletterten um 1 Prozent auf 43,95 Euro, nachdem der CEO Hubertus von Erlen gesagt hatte, er erwarte wegen des schwachen Dollar keine Belastung der Erträge des Pharmakonzerns. Henkel fielen um 3,1 Prozent auf 53,60 Euro. Das Unternehmen hat eine Anleihe über 1 Mrd. Euro emittiert.

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