Selbst Jeans wirken in Paris „ordentlich“: Herrenmode wird wieder formell

Selbst Jeans wirken in Paris „ordentlich“
Herrenmode wird wieder formell

Kapuzenjacken sind out: Auf den Laufstegen in Paris präsentiert sich die Herrenmode für Herbst/Winter wieder formell. "Mann" trägt wieder Mantel.

HB PARIS. Blazermäntel, Trenchcoats aus Wolle und - zu festlichen Gelegenheiten - sogar Gehröcke verdrängen bald die im jetzigen Winter noch so aktuellen Kapuzenjacken.

Der Designer Paul Smith ersetzte in seiner Schau am Sonntagabend Anzugjacken durch leicht militärisch anmutende Mäntel und huldigte im übrigen englischer Schneiderkunst. Schmale Glencheck-Hosen in Grau und hellen Brauntönen werden zu lilafarbenen Hemden kombiniert, Nadelstreifenanzüge variieren in der Streifenbreite zwischen Hose und Jacke. Weit und bequem schneidert der Brite dicke Wollhosen für ein Marinethema, dazu passen cremefarbene Troyer mit Ankermotiv. Am Abend trägt der Smith-Kunde leuchtend rote Samtjacken zu Jeans.

In babyweichem Kaschmir schwelgt das Pariser Haus Hermès. Leichte Rollkragenpullover und dicke Strickjacken garantieren Luxus pur auch in der Freizeit. Schwarze Hemden aus Seidenjersey fließen am Körper entlang, dazu gibt es Trenchcoats aus Hirsch- und Blousons aus Kalbsleder. Die Farben geben sich gedeckt: Aubergine, Lavendel, Café, Marineblau und Schwarz.

Helmut Lang zeigte eine formelle Mode in "glasklarer Linie" mit dunkelblauen Blazermänteln und schlanken Anzügen mit leichter Taillierung. Schwarze Hemden werden Ton in Ton zu Krawatten kombiniert. Selbst die Jeans und die kupferfarbenen Ledermäntel wirken "ordentlich": Schneiderkunst sticht Schlampigkeit. Einzige Reminiszenz an provokantere Zeiten: lange Metallketten für Hundehalter, die von den Entwürfen herabhängen.

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