Selbst-Marketing
Tue Gutes und rede darüber

In jedem Unternehmen sind die Aufgabengebiete verteilt. Und niemand - weder Ihre Kollegen noch Ihr Chef oder Ihre Geschäftspartner - weiß im Einzelnen, was Sie tun und wie Sie es tun. Wenn Sie positiv wirken und andere überzeugen wollen, ist es wichtig, dass Sie konkret über Ihre Erfolge informieren. Mal subtiler, mal auffälliger. Mal reaktiv, mal aktiv. In jedem Fall aber klar und deutlich.

Wie macht man denn nun ganz deutlich seine Resultate bekannt? Bei der Antwort helfen vier Grundsätze:

1. Informieren Sie in angemessener Form und nicht inflationär.
2. Nutzen Sie Gelegenheiten oder schaffen Sie sie.
3. Wählen Sie das richtige Publikum und den richtigen Weg.
4. Beschreiben Sie Ihre Erfolge sachlich, aussagekräftig und durchaus ein wenig »werblich«.

Denken Sie daran, dass jeder Mensch unterschiedlich ist. Nutzen Sie die nachfolgenden Tipps und setzen Sie sie für sich so um, dass es Ihrer Persönlichkeit entspricht. Versuchen Sie niemals, jemand anderer zu sein: Wenn Sie eher zurückhaltend sind, wäre es verkehrt, sich extrovertiert zu geben. Freuen Sie sich über jeden Fortschritt. Sie werden sehen, dass vieles, was am Anfang ungewohnt erscheint, schnell zur Gewohnheit wird, über die Sie gar nicht mehr groß nachzudenken brauchen.

1. Angemessen und nicht inflationär

Angemessen bedeutet nicht, dass nur riesengroße oder komplexe Resultate es wert sind, weitergegeben zu werden. Im Gegenteil: Häufig sind es die Kleinigkeiten, die große Ergebnisse und Vorteile mit sich bringen. Werten Sie Ihre Resultate also nicht nur danach, wie viel Arbeit Sie hatten oder wie schwierig eine Aufgabe war, sondern behalten Sie immer auch das Ergebnis im Auge.

Bitte geben Sie Ihre Erfolge auch nicht inflationär nach außen: Wenn Sie jede Kleinigkeit melden, fallen Sie schnell unangenehm auf. Nebenbei beweisen Sie damit, dass Sie keinen Blick für Wichtiges und Unwichtiges haben.

2. Gelegenheiten nutzen und schaffen

Es gibt zahlreiche Anlässe, um von Ihren Erfolgen zu berichten: Ob in formellen Mitarbeitergesprächen, bei Besprechungen oder in Zweiergesprächen - Sie können, abgestimmt auf Gesprächspartner und Thema, Ihre Leistungen erwähnen.

Außerdem lassen sich natürlich die Gelegenheiten aktiv schaffen: Bitten Sie Ihren Vorgesetzten um ein Gespräch - sei es, weil Sie ohnehin etwas erreichen möchten (zum Beispiel eine Gehaltserhöhung oder eine Zusatzaufgabe) oder um Feedback zu erhalten, wie Ihr Chef Sie sieht und wie zufrieden er mit Ihrer Arbeit ist. Bereiten Sie sich auf die Gespräche immer gut vor. Und hören Sie genau zu. Sofern es Kritikpunkte gibt, haken Sie aktiv nach, damit Sie Defizite verbessern können.



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3. Das richtige Publikum und den richtigen Weg wählen

Wenn Sie nur Ihrem Kollegen gegenüber erwähnen, was gut gelaufen ist, freut ihn das vielleicht - aber mehr bringt es Ihnen nicht. Sie sollten schon darauf achten, dass auch die wichtigen Leute mitbekommen, was Sie leisten. Damit sind durchaus nicht nur Vorgesetzte gemeint.

Oft setzen Mitarbeiter Himmel und Hölle in Bewegung, um für einen Kunden etwas zu erreichen: Beispielsweise eine knappe Deadline einzuhalten oder einen Sonderservice zu ermöglichen, den es normalerweise nicht gibt. Doch dem Kunden gegenüber machen sie das nicht deutlich, sondern tun so, als ob es das Normalste auf der Welt wäre - und stellen so das eigene Licht unter den Scheffel.

Das richtige Publikum sind also vor allen Dingen die Menschen, die von Ihrem Resultat profitieren. Natürlich sollten Sie auch Ihre Vorgesetzten nicht vergessen. Denn sie sind in der Position, Sie bei neuen Projekten zu berücksichtigen, zu befördern, Ihr Gehalt zu erhöhen oder Ihnen einfach noch mehr Vertrauen entgegenzubringen und Freiraum zu geben.

4. Sachlich, aussagekräftig, »werblich«

Gewöhnen Sie es sich an, gut über sich selbst zu sprechen, das ist die Grundlage. Damit ist keine wilde Angeberei gemeint, sondern das Selbst-bewusst-sein und die innere Sicherheit, dass Sie etwas gut gemacht haben, sowie der berechtigte Stolz darauf. Wenn Sie sich damit unwohl fühlen, sollten Sie es üben. Sonst wirken Sie - unabhängig vom Inhalt - unsicher, was dazu führen kann, dass man Ihnen Ihre Worte nicht recht abnimmt. Sie müssen sich nicht immer selbst in den Vordergrund rücken. Es kommt gut an, Details und Ergebnisse ruhig auf die Sache bezogen zu präsentieren.

Ein Beispiel:

»Wir haben ein Training für neue Mitarbeiter eingeführt: Bevor sie einen eigenen Aufgabenbereich übernehmen, bekommen neue Leute nun ein zweiwöchiges theoretisches Training. Danach arbeiten sie eine Woche bei einem erfahrenen Mitarbeiter mit. Dadurch bekommen wir neue Mitarbeiter schneller fit.« Diese Formulierung ist eher negativ, weil der Verdienst des Mitarbeiters überhaupt nicht klar wird.

»Ich hatte die Idee, dass man neue Mitarbeiter trainieren sollte, bevor sie einen eigenen Aufgabenbereich übernehmen: Die ersten beiden Wochen bekommen neue Leute nun ein theoretisches Training von mir. Danach arbeiten sie eine Woche bei einem erfahrenen Mitarbeiter mit. Dadurch gelang es mir, neue Mitarbeiter schneller fit zu bekommen.« Diese Formulierung ist deswegen besser, weil sie die Initiative des Mitarbeiters hervorhebt. Sie wirkt trotzdem nicht positiv, weil sie extrem ich-bezogen ist und nicht auf die Vorteile für das Unternehmen eingeht.

»Meine Idee, neue Mitarbeiter zu trainieren, bevor sie ihren eigenen Aufgabenbereich übernehmen, wurde erfolgreich umgesetzt: Neue Leute erhalten ein zweiwöchiges theoretisches Training. Dadurch wird sichergestellt, dass sie die internen Abläufe kennen und sich mit den wichtigsten Projekten vertraut machen. Anschließend arbeiten sie für eine Woche zusammen mit einem erfahrenen Mitarbeiter (»training on the job«). Unsere ersten Erfahrungen mit diesem Konzept sind durchweg positiv: Die Mitarbeiter sind schneller fit und die Quote der »Anfängerfehler« ist stark gesunken. Gerne vermittle ich die Details des Konzeptes auch anderen Abteilungen.« Diese letzte Formulierung wird beiden Aspekten gerecht: Es wird nicht nur unmissverständlich klargestellt, wer der Urheber der Idee war sondern vor allen Dingen auch, wie weit reichend die positiven Auswirkungen für die Firma sind.

Klappern gehört zum Handwerk

Es stehen Ihnen verschiedene Wege offen, über die Sie Ihre Resultate bekannt machen können:

1. Schriftlich
In Form von Berichten, Memos, E-Mails. Achten Sie darauf, dass immer das Projekt im Vordergrund steht und Sie dennoch Ihren Anteil aktiv erwähnen können.

2. Mündlich
Bei Projekt-Zwischenstands-Besprechungen, in Meetings, in Zweiergesprächen - per Telefon oder persönlich. Bereiten Sie sich gut auf die Gespräche vor, Unterlagen mit Details sollten griffbereit sein.

3. Durch Informationen in Ihrem Büro
Bei Projekten kann zum Beispiel eine Übersicht an der Wand hängen, aus der Zeitplan und Fortschritte hervorgehen.

Auszug aus "Ich-Marketing" von Gitte Härter und Christine Öttl, erschienen bei Gräfe und Unzer.

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