Selbst mehrfache Testsieger arbeiten nicht perfekt
Aus Freude am Sparen

Steuerprogramme lohnen sich, wenn die Werbungskosten höher als 2 000 Mark sind. Aber nicht alle arbeiten fehlerfrei.

Mitten im Weihnachtsgeschäft füllen sich auf wundersame Weise die Verkaufsregale in Computergeschäften und Buchhandlungen mit Steuersoftware für das abgelaufene Jahr. Da alle Hersteller um Verkaufsflächen buhlen, werden die Programme immer schneller auf den Markt geworfen. Leider scheint die schnelle Auslieferung oft Vorzug vor einer sauberen Programmierung zu haben. Daher gilt für nahezu alle am Markt befindlichen Produkte: zunächst über das Internet die aktuellste Version auf den Rechner laden, da sonst das Berechnungsergebnis mit dem Steuerbescheid des Finanzamts nicht übereinstimmt.

Dabei gibt es immer wieder Überraschungen: Sei es, dass der vielfache Testsieger (Taxman) etwa den Behinderten-Pauschbetrag für ein Kind im Rahmen der Zusammenveranlagung nicht berücksichtigt oder bei Data Becker die Kirchensteuer nicht zutreffend ermittelt wird. Aber auch bei Wiso, dem meistverkauften Steuerberechnungsprogramm, treten Probleme bei der Eingabe auf. Doch nach dem Update klappt dann in den meisten Fällen wieder alles.

Mittlerweile sind alle an dem Vergleich beteiligten Programme erwachsen geworden und bieten einen Leistungsumfang, der von den meisten Steuerzahlern gar nicht benötigt wird. So sollte es doch primär darum gehen, dass die Einkommensteuererklärung schnell und zutreffend bearbeitet werden kann. Hangelt man sich durch den jeweiligen Assistenten, muss man für einen Steuerfall, der reichlich Werbungskosten bietet, rund zwei bis drei Stunden Arbeit einplanen. Dafür wird aber auch kein Geld verschenkt. Wer versierter ist, schaltet auf Expertenmodus um und bearbeitet nur die jeweils relevanten Abschnitte.

Da sich im Verlauf eines Jahres viele Steuervorschriften ändern, sollten man auf jeden Fall zunächst die bei allen Anbietern vorhandenen Einführungsseiten studieren.

Die Ausgabe für Steuersoftware lohnt sich immer dann, wenn die Werbungskosten als Arbeitnehmer mehr als 2 000 Mark betragen, da dieser Betrag vom Fiskus automatisch selbst immer dann angesetzt wird, wenn die Rückseite der Anlage N leer bleibt.

Wer Werbungskosten wie Kosten für Dienstreisen, PC, Telefon, doppelte Haushaltsführung oder Krankheitskosten finanzamtssicher und komfortabel ermitteln will, kommt an den Markenherstellern nicht vorbei. Tipp: Die Kosten für die Programme können als Steuerberaterkosten in voller Höhe als Sonderausgaben abgesetzt werden.

Obendrein stellen die Programme auch noch einen kommentierten Steuerbescheid zur Verfügung, so dass gleich ersichtlich ist, ob eine Nachzahlung oder eine Erstattung ansteht. Wer Geld ans Finanzamt überweisen muss, sollte die Einkommensteuererklärung möglichst spät abgeben - aber auch nicht zu spät, denn dann werden Zinsen und Säumniszuschläge fällig.

Wer nur Einkünfte als Arbeitnehmer erzielt und keinen Freibetrag auf der Steuerkarte hat, muss keine Steuererklärung abgeben, sollte das aber tun, weil es oft Geld zurück gibt. Die Abgabefrist für die Erklärung 2001 endet in diesem Fall am 31.12.2003. Alle anderen, die etwa wegen weiterer Einkünfte eine Steuererklärung abgeben müssen, haben bis 31.05.2002 Zeit. Die Frist kann bis 30.09. verlängert werden. Mit einem Steuerberater gibt es womöglich noch Aufschub bis zum 30.04. 2003.

Fazit: Wer im Vorjahr mit seinem Programm zufrieden war, ist mit der Nachfolgeversion für 2001 gut bedient. Denn die automatische Übernahme von Stammdaten spart viel Zeit. Wer das erste Steuerprogramm kauft, fährt mit dem Steuer-Spar-System der Akademischen Arbeitsgemeinschaft gut. Für Steuerzahler mit größeren Grundkenntnissen ist Taxman oder t@x 2002 Professional die richtige Wahl.

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