Selbst PC-Pionier Apple schraubt seine Erwartungen für das Weihnachtsgeschäft zurück
Computermarkt bricht weltweit ein

Weltweit spüren die Hersteller von Personalcomputern die Konjunkturflaute. Nur Dell legte zu und profitierte dabei von seinen direkten Vertriebswegen. Selbst Spezialist Apple hat Einbußen hinnehmen müssen.

siri/sgr SAN FRANCISCO / DÜSSELDORF. Der Markt für Personalcomputer dürfte sich bis Jahresende nur teilweise wieder erholen. Diese Einschätzung geben die Marktforscher von Gartner Dataquest, die Zahlen für das dritte Quartal 2001 vorlegten. Danach gingen die PC-Auslieferungen weltweit im Jahresvergleich um 11,6 % zurück. In den Monaten Juli bis Ende September wurden nur noch 30,7 Mill. PC ausgeliefert.

Der Rückgang traf fast alle großen Hersteller - mit Ausnahme des Direktanbieters Dell Computer, der Compaq im ersten Vierteljahr als Branchenführer abgelöst hat. Dell setzte 4,232 Mill. PC und damit fast 11 % mehr ab als ein Jahr zuvor. Compaq musste dagegen mit einem Minus von 31 % die stärksten Einbußen hinnehmen. Bei Compaqs Fusionspartner Hewlett-Packard sanken die Zahlen um 25 % und erreichten mit 1,952 Mill. den tiefsten Stand seit Anfang 1997. Rückgänge gab es auch bei IBM und NEC.

Die Sättigung der Märkte und die Konjunkturdelle in den USA sind für Charles Smulders, Vizechef bei Gartner, die Erklärung für diese Entwicklung: "Allein in den USA als wichtigstem Einzelmarkt der Welt gingen die Absätze um 18,7 Prozent auf 10,944 Millionen PC zurück." Damit sanken die US-Quartalslieferungen bereits zum dritten Mal in Folge. In Europa, Afrika und dem Nahen Osten brachen die PC-Absätze um rund ein Zehntel ein; selbst in Lateinamerika gingen die Zahlen zurück. Von einer raschen Erholung geht Gartner nicht aus. Denn der übliche Schub durchs Weihnachtsgeschäft werde 2001 geringer ausfallen.

Auch Apple Computer, der PC-Pionier, der sich mit eigener Hardware und eigenem Betriebssystem besonders bei den so genannten kreativen Anwendern (Medien, Grafiker) eine treue Fangemeinde geschaffen hat, kündigte für das abgeschlossene Quartal geringere Erträge an und senkte die Gewinnerwartungen für das laufende Vierteljahr. Das Unternehmen aus Cupertino/Kalifornien erzielte im abgelaufenen Quartal einen Gewinn von 66 Mill.$, (19 Cents pro Aktie). Die Analysten hatten mit 16 Cents pro Aktie gerechnet, nachdem Apple seine ursprünglich positiveren Prognosen bereits im Juli revidiert hatte.

Der aktuelle Gewinn enthält zudem außergewöhnliche Erlöse von 1 Mill. $ aus Investitionen. Wird dieser Erlös nicht berücksichtigt, beträgt das Quartalsergebnis noch 18 Cents pro Anteilsschein. Damit ist der Gewinn im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um rund zwei Drittel zurückgegangen; damals betrug er noch 170 Mill.$ (47 Cents pro Aktie). Im gleichen Zeitraum ist der Umsatz von 1,87 Mrd. $ auf 1,45 Mrd. $ gefallen, das entspricht einem Minus von 22 %.

Im Geschäftsjahr 2001 hat Apple einen Nettoverlust von 25 Mill. $ bei einem Umsatz von 5,36 Mrd. $ erzielt. Im Vorjahr hatte Apple noch einen Gewinn von 786 Mill. $ und einen Umsatz von 7,98 Mrd. $ erwirtschaftet. Die Bargeldreserven betragen 4,3 Mrd. $.

Die Aussichten für die kommenden drei Monate, in denen auch das für Apple wichtige Weihnachtsgeschäft stattfindet, sind nicht gerade rosig: Im ersten Quartal des Geschäftsjahrs 2002 soll der Gewinn nach Aussagen des Finanzvorstands Fred Anderson mindestens 10 Cents pro Aktie betragen. Anderson rechnet mit einem Umsatz von mindestens 1,4 Mrd. $. Als Grund für die gemäßigten Aussichten gab Anderson die "unsichere globale politische Lage" sowie die schwache Konjunktur an. Auch die Apple-Einzelhandelsgeschäfte, die im Dezember die Gewinnschwelle erreichen sollten, leiden unter der schwachen Nachfrage. Anderson rechnet deshalb weiter mit einem Verlust in diesem Geschäftsbereich.

Mark Specker, Analyst beim Investmenthaus Soundview Technology, glaubt dagegen, dass Apple nicht außergewöhnlich stark von der Krise betroffen ist: "Apple sieht die gleichen Marktprobleme wie beispielsweise Intel, deren Aussichten für das Jahresende ja auch nicht gerade positiv sind." Bisher hatte sich Apple trotz der Konjunkturflaute noch ganz gut gehalten: Der Aktienkurs war seit Jahresbeginn um mehr als 15% gestiegen.

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