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Selbstmord am Nanga Parbat?DPA-Datum: 2004-07-07 11:49:05

Leipzig (dpa) - Der Tod eines deutschen Bergsteigers am Nanga Parbat im Himalaya ist nach Angaben des Expeditionsleiters möglicherweise kein Unfall gewesen.

Leipzig (dpa) - Der Tod eines deutschen Bergsteigers am Nanga Parbat im Himalaya ist nach Angaben des Expeditionsleiters möglicherweise kein Unfall gewesen.

Christian Walter sagte den «Dresdner Neuesten Nachrichten» am Mittwoch, er sei zwar vorsichtig mit der Behauptung, dass der Thüringer absichtlich seinen Tod herbeigeführt habe. Aber zumindest habe er ihn in Kauf genommen.

Ein 65 Jahre alter Mann aus Schmalkalden war am Mittwoch vergangener Woche beim Abstieg vom Gipfel des 8125 Meter hohen Berges ums Leben gekommen. Die Leiche ist allerdings noch nicht gefunden worden. «Es war kein Absturz», sagte Walter der Zeitung. Der Thüringer habe sich auf den Hosenboden gesetzt und sei bergab gerutscht. Erst habe er noch gebremst, dann sei er ohne Vorwarnung immer schneller gerutscht. «Mein Bruder hat ihm nachgerufen, er solle anhalten», sagt Walter. Der Thüringer habe jedoch gewunken und zurückgeschrien, er werde jetzt nicht mehr bremsen. Nach Einschätzung Walters war der Mann mit seinen Kräften am Ende und «wahrscheinlich nicht mehr im Vollbesitz seiner geistigen Fähigkeiten».

Nach Meinung Walters besteht keine Chance mehr, den Thüringer lebend zu finden. Die vier verbliebenen, in Sachsen lebenden Bergsteiger wollen bis Ende Juli zurück nach Deutschland fliegen. Sie waren beim Abstieg vom Gipfel in Not geraten und hatten Hilfe von österreichischen Alpinisten erhalten. Der Nanga Parbat («Nackter Schreckensberg») im nordöstlichen Pakistan gilt als einer der gefährlichsten Berge im Himalaya. Da viele Deutsche dort tödlich verunglückten, wird der Nanga Parbat auch als «Schicksalsberg der Deutschen» bezeichnet.

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