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Selbstmord am Neuen Markt

Der Abspann läuft: Die Fame Film & Music Entertainment AG löst sich Ende September auf.

Gestern hat der Aufsichtsrat den Vorschlag des Managements angenommen, den im Geregelten Markt notierten Film- und Musikproduzenten zu liquidieren. Die Münchener ziehen damit die Konsequenz aus der ihrer Ansicht nach seit "zwei Jahren anhaltend negativen Marktentwicklung im Medien- und Entertainment-Sektor". Übersetzt heißt das: Der Börsengang war von Beginn an ein riesiger Flop, denn Fame ist fast auf den Tag genau vor zwei Jahren an den Neuen Markt gekommen.

Das schnelle Ende ist völlig untypisch für die Branche: Beim Filmrechtehändler Kinowelt hat sich die Pleite zum Krimi entwickelt, in dem sich Kaufinteressenten mit dem Insolvenzverwalter seit Wochen einen Kampf um die Übernahme liefern. Andere Wettbewerber wie RTV Familiy Entertainment retten sich von einem Kredit zum nächsten, um die drohende Insolvenz abzuwenden. Ehemalige Konkurrenten, etwa Advanced Medien, haben das Filmgeschäft fast ganz eingestellt und verwalten lediglich das Geld, das noch in der Kasse ist. Fame dagegen macht kurzen Prozess.

Für seinen letzten Film hat das Unternehmen den richtigen Namen gewählt: "Death Watch".

Joachim Hofer
Joachim Hofer
Handelsblatt / Korrespondent München
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