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Selbstmordversuch im Pascal-Prozess

Einer der Hauptangeklagten im Prozess um den Mord und den Missbrauch an dem fünf Jahre alten Pascal aus Saarbrücken hat versucht, sich das Leben zu nehmen. Dies gab das Landgericht Saarbrücken bekannt.

dpa SAARBRÜCKEN. Einer der Hauptangeklagten im Prozess um den Mord und den Missbrauch an dem fünf Jahre alten Pascal aus Saarbrücken hat versucht, sich das Leben zu nehmen. Dies gab das Landgericht Saarbrücken bekannt. Fast zehn Wochen nach Beginn des Verfahrens sind am Donnerstag zudem zwei der 13 Angeklagten aus der Haft entlassen worden.

Nach dem Selbstmordversuch war der 42-Jährige zunächst nicht verhandlungsfähig, daher fiel der 15. Verhandlungstag am Donnerstag aus. Vermutlich könne das Verfahren auch in der kommenden Woche noch nicht fortgesetzt werden.

Der des Mordes und der Vergewaltigung angeklagte 42-Jährige hat sich nach unbestätigten Berichten die Pulsadern aufgeschnitten und schwer verletzt. Er soll auf der Intensivstation einer Saarbrücker Klinik liegen und in ein künstliches Koma versetzt worden sein. Über seinen Gesundheitszustand wurden offiziell jedoch keine Angaben gemacht. Der Beschuldigte ist nach Aussagen mehrerer Mitangeklagter der letzte von vier Männern gewesen, die den fünfjährigen Pascal am 30. September 2001 vergewaltigt haben sollen. Das Kind soll bei dem Missbrauch getötet worden sein. Seine Leiche wurde aber nie gefunden.

Die beiden am Donnerstag auf freien Fuß gesetzten Angeklagten müssen sich in dem Prozess wegen Beihilfe zum Missbrauch verantworten. Gegen sie bestehe kein dringender Verdacht mehr, da die beiden 45 und 36 Jahre alten Männer zur Tatzeit nicht mehr in der "Tosa-Klause" gewesen sein sollen. Allerdings bestehe weiter ein hinreichender Verdacht, daher bleibe die Anklage gegen sie erhalten.

In dem Indizienprozess vor dem Saarbrücker Landgericht müssen sich neun Männer und vier Frauen wegen Mordes, schweren sexuellen Missbrauchs oder der Beihilfe zu diesen Taten verantworten. Nur drei der 13 Beschuldigten haben bisher ausgesagt und die Anklage dabei weitgehend bestätigt. Demnach war Pascal an dem Sonntagnachmittag mehrfach vergewaltigt und dabei getötet worden. Als Drahtzieherin des mutmaßlichen Kinderschänderringes gilt die Wirtin der früheren "Tosa- Klause", Christa W. Der Prozess ist bis zum Jahresende terminiert, eine Verlängerung gilt aber bereits als sicher.

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