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Selbstverbrennungen von Exil-Iranern in Paris

Drei Exil-Iraner haben sich am Mittwoch in Paris aus Protest gegen eine Razzia der französischen Polizei selbst angezündet und dabei schwere Verletzungen erlitten.

rtr PARIS. Eine 40-jährige und eine 38-jährige Frau sowie ein 45-jähriger Mann setzten bei einer Demonstration vor einem Gebäude des Innenministeriums ihre Kleidung in Brand. Die Staatsanwaltschaft hatte später mitgeteilt, eine Frau sei gestorben. Dies wurde aber vom Krankenhaus dementiert. Eine Sprecherin des Nationalen Widerstandsrates Irans (NCRI) sagte der Nachrichtenagentur Reuters in Paris, der Mann sei ein Exil-Iraner mit Wohnsitz in Deutschland. Die Schweizer Polizei verhinderte in Bern einen ähnlichen Protest.

Die französische Polizei hatte am Dienstag Büros und Wohnungen von Mitgliedern der NCRI durchsucht und zunächst 159 Exil-Iraner festgenommen. Von denen sind der Polizei zufolge inzwischen alle bis auf 26 wieder freigelassen wurden. Aus Justizkreisen verlautete, gegen sie könnte Anklage wegen der Planung von Terror-Anschlägen im Iran erhoben werden.

Die französischen Behörden begründeten ihre Aktion am Mittwoch mit dem Verdacht, der militärische Flügel der NCRI, die Volksmudschahedin, könnte Anschläge auf iranische Botschaften in Europa vorbereitet haben. Der Chef des französischen Staatsschutzes, Pierre de Bousquet, sagte: "Wir wissen, dass sie die Absicht haben, außerhalb Irans Anschläge zu verüben, darunter auch in Europa, und zwar gegen iranische Ziele und auch gegen diplomatische Vertretungen."

Die NCRI setzt sich für die Abschaffung des iranischen Religionsstaats ein. Ihre Volksmudschahedin werden von der Europäischen Union (EU) und den USA als Terrorgruppe eingestuft. Sie hatten seit den 80er Jahren unter der Herrschaft von Iraks gestürztem Präsidenten Saddam Hussein vom Irak aus operiert und wurden nach dem Irak-Krieg von US-Truppen entwaffnet.

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