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Selbstzweifel lähmen Weltmeisterinnen

Offenbach (dpa) - Ausgerechnet vor Olympia lähmen Selbstzweifel Deutschlands Fußball-Weltmeisterinnen. Die Mannschaft von Trainerin Tina Theune-Meyer gewann zwar in Offenbach den letzten Test für das «Unternehmen Olympia-Medaille» 3:1 (2:0) gegen Nigeria.

Offenbach (dpa) - Ausgerechnet vor Olympia lähmen Selbstzweifel Deutschlands Fußball-Weltmeisterinnen. Die Mannschaft von Trainerin Tina Theune-Meyer gewann zwar in Offenbach den letzten Test für das «Unternehmen Olympia-Medaille» 3:1 (2:0) gegen Nigeria.

Doch gegen die schwachen Afrikanerinnen offenbarte die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) 18 Tage vor dem Auftaktspiel in Patras gegen China erneut Schwächen. «Das Selbstvertrauen ist der Knackpunkt bei einigen Spielerinnen. Wir müssen viel draufgängerischer werden», räumte die Trainerin ein.

Weltfußballerin Birgit Prinz schlug in die gleiche Kerbe: «Es ist nicht so wie vor einem Jahr vor der WM, als wir noch auf den Platz gegangen sind und gesagt haben: die hauen wir weg.» Aber auch die Spielführerin, die in ihrem 118. Länderspiel das 73. Tor zum 2:0 in der 27. Minute erzielte, wartet weiterhin auf den Befreiungsschlag. Gleich drei «Hundertprozentige» vergab die 26-Jährige vom deutschen Vize-Meister 1. FFC Frankfurt.

Gleiches gilt für Petra Wimbersky. Die Angreiferin vom Meister und Pokalsieger 1. FFC Turbine Potsdam schoss die deutschen Damen vor 5567 Zuschauern zwar nach nur sieben Minuten in Führung, doch versemmelte auch sie weitere gute Tormöglichkeiten. «Man kann nicht so nachlässig mit den Chancen umgehen wie wir dieses Mal», kritisierte Theune-Meyer. Kurz vor Schluss drohte die Partie sogar zu kippen, als die 180 Sekunden zuvor eingewechselte Ajumah Ameh in der 86. Minute auf 1:2 verkürzte. Steffi Jones stellte aber in der Schlussminute den Zwei-Tore-Vorsprung wieder her.

Das Team zeigte im Vergleich zum enttäuschenden 0:1 drei Tage zuvor gegen Olympiasieger Norwegen eine ansteigende Form. Vor allem im ersten Abschnitt dank einer wieder erstarkten Renate Lingor (1. FFC Frankfurt) im Mittelfeld. Die ausgesprochen schwache Chancenverwertung sowie immer wieder Lücken in der Defensive trübten allerdings das Bild gewaltig. Und nach der Pause ging dann so gut wie nichts mehr. «Fragen Sie mich nicht warum - ich weiß es nicht», sagte Theune-Meyer ratlos.

Ihren Spielerinnen gönnt die 50-Jährige eine Auszeit. Das Problem sei, dass einige derzeit im Versuch, auf dem Feld taktisch alles richtig zu machen, verkrampften. «Dabei sollen sie den Ball nehmen und spielen.» Als Konsequenz will Theune-Meyer nun die Spielfreude im Training wieder fördern. «Jetzt ist Schluss mit Videoanalysen», meinte sie.

Nach den freien Tagen trifft sich der Olympia-Kader für rund eine Woche in Heusenstamm nahe Frankfurt zum abschließenden Trainingslager, ehe noch einmal drei freie Tage anstehen. Am 8. August fliegen die Weltmeisterinnen nach Griechenland, wo nach China am 17. August in Athen Mexiko als zweiter Vorrunden-Kontrahent wartet. Auf den letzten Test-Gegner Nigeria könnte die Mannschaft frühestens im Viertelfinale treffen.

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