„Seleccion“ nach 24 Jahren wieder in EM-Halbfinale
Spanien bannt den Italien-Fluch

Spanien steht Kopf: Mit dem ersten Pflichtspielsieg über die „Squadra Azzurra“ seit 88 Jahren ist die „Seleccion“ als letztes Team ins Halbfinale der Fußball-EM eingezogen und hat damit nach 24 mageren Jahren endlich ihr Viertelfinal-Trauma bei großen Turnieren überwunden.

HB WIEN. Nach tor- und teilweise auch trostlosen 120 Minuten gewannen die Spanier vor den Augen ihres Regenten und dessen Gattin Königin Sofia am Sonntag im mit 51 428 Zuschauern ausverkauften Wiener Ernst-Happel-Stadion mit 4:2 im Elfmeterschießen gegen die „Squadra Azzurra“. Held des Abends war in seinem 80. Länderspiel Torwart Iker Casillas, der gegen Daniele De Rossi und Antonio Di Natale zwei Elfmeter parierte und zum „Man of the Match“ gekürt wurde. In der Vorschlussrunde kommt es nun zur Neuauflage des Gruppenspiels der Spanier gegen Russland (4:1) am kommenden Donnerstag erneut in Wien. Die Iberer sind damit der einzige der vier Gruppensieger der Vorrunde, der die erste K.o.-Runde überstanden hat.

Nach dem Spiel eilte König Juan Carlos höchstpersönlich in die Kabine. „Danke, dass das geklappt hat“, sagte der Monarch laut Casillas. Der Keeper von Real Madrid löste mit seinen entscheidenden Paraden in Spaniens Hauptstadt eine nicht enden wollende Fiesta aus. „So lange ist unsere Mannschaft nicht über das Viertelfinale hinausgekommen. Das ist jetzt ein ganz wichtiger Moment. Wir sind glücklich“, sagte der Keeper.

„Nun beginnt eine andere Zeit"

„Es ist großartig, ich kann meine Emotionen gar nicht in Worte fassen. Das ist ein wichtiger Sieg für diese junge Mannschaft, wir haben lange darauf warten müssen“, sagte Cesc Fabregas, der schließlich den entscheidenden Elfmeter verwandelte. Casillas blickte bereits nach vorne. „Russland ist ein starker Widersacher, uns steht eine schwere Aufgabe bevor. Wir müssen uns noch steigern“, sagte der Schlussmann von Real Madrid.

Während die Spanier damit erstmals seit dem Finale von 1984 wieder in die Runde der besten Vier bei einer EM einzogen, ist für den viel zu passiven Weltmeister aus Italien die EM zu Ende. „Es tut mir leid für die Jungs, ich habe sie getröstet und ihnen gesagt: Seid stolz auf das, was ihr geleistet habt“, sagte Trainer Roberto Donadoni: „Nun beginnt eine andere Zeit. Ich kann keinem Spieler etwas vorwerfen.“

In dem über weite Strecken niveauarmen Spiel blieb auch der deutsche Schiedsrichter Herbert Fandel nicht fehlerfrei: Der Kyllburger verabschiedete sich mit einer eher mäßigen Leistung von den Titelkämpfen. Nach einem Foul von Massimo Ambrosini an Torjäger David Villa (16.) verweigerte er den Spaniern den durchaus angemessenen Strafstoß. Kurz vor der Pause konnten sich die ganz im Stile des italienischen Catenaccio agierenden „Azzurri" erneut bei Fandel bedanken. Die Pfeife des Musikschulleiters blieb stumm, als Fabio Grosso Zentimeter vor dem Strafraum den quirligen Silva klar foulte.

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