Senat hält sich zunächst bedeckt
Offenbar vier Bieter für Bankgesellschaft Berlin

Mit Ablauf der Bieterfrist haben offenbar vier Konsortien ein Angebot zur Übernahme der angeschlagenen Bankgesellschaft Berlin AG (BGB) vorgelegt. Dazu gehören drei US-amerikanische Investoren sowie die Norddeutsche Landesbank (Nord/LB) gemeinsam mit dem Deutschen Sparkassen- und Giroverband (DSGV). Die vom Berliner Senat gestellte Frist endete am Mittwochnachmittag.

ddp.vwd BERLIN/HANNOVER. Über Einzelheiten will die Finanzverwaltung am Donnerstag informieren, sagte ein Sprecher. Der Senat wird bis zum Herbst eine Entscheidung über seinen 81-prozentigen Landesanteil treffen. Offen ist, ob das Paket komplett verkauft wird oder das Land einen Anteil behält.

Im vergangenen Jahr hatte das Abgeordnetenhaus zwei Milliarden Euro Kapital zugeschossen und dann im April eine Haftungsübernahme für Alt-Risiken aus fehlgeschlagenen Immobiliengeschäften in Höhe von 21,6 Mrd. Euro beschlossen. Dies war Voraussetzung für einen Verkauf. Die Bankgesellschaft verfügt zurzeit über 15 000 Mitarbeiter und gut 250 Filialen.

Die Abgabe eines Angebots angekündigt, aber bislang noch nicht bestätigt hatten das Konsortium BGB Capital Partners mit Investor Christopher Flowers und der Texas Pacific Group (TPG) sowie der als Restrukturierungsexperte bekannte Wilbur L. Ross mit dem US-Versicherer American International und der Schweizer Bank Credit Suisse im Rücken. Die Investmentgesellschaft Lone Star Funds bestätigte am Mittwoch, dass sie ein Angebot abgegeben hat. Dabei gehe es ihr um die gesamte Bankgesellschaft und nicht nur um Teile, betonte sie. Nach langem Streit kamen am Mittwoch noch die Gruppe Nord/LB und DSGV hinzu, die allerdings nur ein unverbindliches Angebot mit Rückzugsmöglichkeiten einreichte. Die Nord/LB ist mit elf Prozent zweitgrößter Eigner der Bankgesellschaft.

BGB-Chef Hans-Jörg Vetter schließt unterdessen im Zuge der Sanierung betriebsbedingte Kündigungen nicht aus. Bis Ende Juli hätten bereits 1000 Mitarbeiter den Konzern verlassen. Mit Wirkung zum Jahresende seien 1340 Aufhebungsverträge geschlossen worden, die Bank plane aber bis dahin den Abbau von 2000 Stellen. Beim Plan, den operativen Vorjahresverlust von rund 634 Millionen Euro zu halbieren, liege die Bank nach einem halbem Jahr innerhalb der Zielvorgabe. Allerdings habe die Bank im Sparkassenbereich Einbußen erlitten und drei Prozent ihrer Einlagen verloren. Zugleich wies Vetter Vorwürfe zurück, dass in den Bilanzen der Bankgesellschaft neue Risiken schlummerten.

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