Senator liegt deutlich im Plus
Nemax 50 hält sich über 1 000 Punkten

In einem umsatzschwachen und von starker Unsicherheit der Anleger geprägten Handel hat sich der Auswahlindex des Neuen Marktes am Freitag oberhalb der Marke von 1 000 Punkten gehalten, die er am Vortag erstmals durchbrochen hatte. Nach Verlusten zu Handelsbeginn drehte das Wachstumssegment nach einer Handelsstunde in die Gewinnzone und tendierte gut behauptet.

rtr FRANKFURT. "Ein erneuter Fall unter die 1 000-Punkte-Marke ist aber angesichts der unsicheren Situation in den USA alles andere als ausgeschlossen", sagte ein Händler. In den USA werden am Nachmittag wichtige Konjunkturindikatoren wie das endgültige Verbrauchervertrauen der Universität Michigan für August sowie die Industrieaufträge für Juli erwartet. In Regel haben die Konjunkturindikatoren einen großen Einfluss auf den amerikanischen Kapitalmarkt.

Der alle Werte umfassende Nemax-All-Share-Index legte am Vormittag 0,25 % auf 1 063 Punkte zu. Die im Nemax 50 zusammengefassten Blue Chips gewannen 0,59 % auf 1 023 Zähler. Am Vortag hatten beide Indizes herbe Verluste hinnehmen müssen. Die Blue Chips verloren 5,5 % und markierten im Handelsverlauf bei 994 Zählern ein Rekordtief. Die US-Technologiebörse Nasdaq hatte den Handel 2,79 % schwächer bei 1 791 Zählern verlassen.

Im Mittelpunkt standen die Papiere des Filmproduzenten Senator Entertainment, die sich um rund fünf Prozent auf 2,67 ? erhöhten. Am Morgen hatte das Berliner Unternehmen über den Erwartungen der Analysten liegende Halbjahreszahlen vorgelegt. Händler sagten, die Zahlen seien auf den ersten Blick überzeugend. Auch die bekräftigte Prognose für das Gesamtjahr sei am Neuen Markt keine Selbstverständlichkeit mehr und werde nun honoriert.

Heyde-Aktie kann zulegen

Im Blickpunkt standen auch die Titel der Heyde AG, die um sieben Prozent auf 1,67 ? stiegen. Das Unternehmen hatte am Vormittag gesagt, es werde nach Vorlage von Halbjahreszahlen nur noch mit einem Umsatz von 130 (bishere Planung: 177,7) Mill. ? im Gesamtjahr 2001 gerechnet. Der Verlust vor Zinsen, Steuern und Firmenwertabschreibungen (Ebita) werde sich 2001 voraussichtlich auf 39 Mill. ? belaufen. Am Morgen hatte der IT-Dienstleister bei leicht steigendem Umsatz ein hohes Ebita von minus 35,8 Mill. ? ausgewiesen, ohne einen Vergleichswert zu nennen.

Brokat erhöhte sich ohne für Händler zunächst ersichtlichen Grund um knapp 16 % auf 1,47 ?.

Im Nemax 50 standen die drei deutschen Direktbanken unter Druck. Die Münchener Direkt Anlage Bank verlor über vier Prozent auf 13,03 ?. Consors verbilligte sich um rund ein Prozent auf 12,48 ?. Die Commerzbank-Tochter Comdirect büßte ebenfalls rund ein Prozent auf 6,65 ? ein. Der Online-Broker führt für gut die Hälfte der Mitarbeiter vom 1. Oktober an Kurzarbeit ein.

Insgesamt stiegen im Nemax 50 30 der 48 gehandelten Werte. Am breiten Markt wurden lediglich 251 der rund 340 Aktien ge- und verkauft. Dabei fielen 119 Papiere in ihrem Wert.

Die Aktie des finanziell angeschlagenen Telekommunikationsunternehmens Teldafax, die am Freitag zum letzten Mal am Neuen Markt gehandelt wird, stieg am Vormittag noch einmal um neun Prozent auf 0,12 ?. Nach einer Entscheidung der Deutschen Börse wird das Unternehmen wegen eines Regelverstoßes vom Segment ausgeschlossen.

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