Sender prüft
Medienwächter verhängen Bußgeld gegen RTL

RTL muss ein Bußgeld in Höhe von 60 000 DM wegen Verstoßes gegen die Jugendschutzbestimmungen bezahlen.

dpa HANNOVER. In der am Vorabend ausgestrahlten Reportage "Exclusiv Weekend" vom 26. November 2000 hatte Viva-Moderator Niels Ruf Geschlechtsverkehr mit einer Kinderpuppe simuliert. Die für den Kölner Privatsender zuständige Niedersächsische Landesmedienanstalt (NLM) begründete die Verhängung des Bußgeldes am Donnerstag mit der "Verharmlosung des Kindesmissbrauchs", die jüngere Fernsehzuschauer "sozial- und sexualethisch" desorientieren könne.

RTL könne nun Einspruch gegen den Bußgeldbescheid einlegen, sagte Irena Schlesener von der Rechtsabteilung der NLM am Donnerstag in Hannover. Eine Sprecherin des Kölner Senders meinte dazu, dass RTL die Angelegenheit "sehr sorgfältig prüfen" werde. Sie machte darauf aufmerksam, dass der Beitrag zur kritischen Auseinandersetzung mit der Thematik über sinkende Schamgrenzen bei der deutschen Prominenz auffordern sollte.

Die NLM wirft der RTL vor, nicht hinreichend für die Einhaltung der Jugendschutzvorschriften gesorgt zu haben. Nach Auffassung der NLM reicht das derzeitige Schulungsangebot des Senders zu Jugendschutzfragen für Redakteure nicht aus. Das Unternehmen habe fahrlässig seine Aufsichtspflicht verletzt.

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