Sender sieht keinen neuen Massenmarkt von Schwarzsehern
TV-Piraten umgehen neue Verschlüsselung von Premiere

Fernsehpiraten haben einen Weg gefunden, das neue Verschlüsselungssystem des Münchner Pay-TV-Senders Premiere zu umgehen. Dies berichtet das im Heise-Verlag erscheinende Fachmagazin "c´t" in seiner aktuellen Ausgabe. Mit einer spezielle Software könnten Schwarzseher eine offiziell freigeschaltete Premiere-Chipkarte gemeinsam nutzen.

MÜNCHEN. Ende Oktober hatte Premiere seine Verschlüsselung von "Betacrypt" auf "Nagravision" umgestellt. Das Ziel: Schwarzsehern, die sich mit gefälschten oder manipulierten Smartcards gratis und illegal Zugang zum Premiere-Programm verschafft hatten, sollte endgültig der Spaß verdorben werden. Premiere-Geschäftsführer Georg Kofler schätzte die Zahl der illegalen Programmnutzer auf rund eine Million. Jetzt habe man eine einbruchssichere Panzerverglasung, freute sich Kofler vor zwei Wochen.

Doch die Schwarzseher haben schon wieder eine Hintertür gefunden. Denn auch das neue System hat eine Schwachstelle, wie die c't in ihrer neuesten Ausgabe berichtet. Über eine spezielle Software, die Chipkartenleser für das Internet steuert, kann das Codewort auf der Premiere-Chipkarte ausspioniert werden. Werden diese Schlüsselwörter im Internet öffentlich gemacht, dann könnten theoretisch beliebig viele Premiere-Fans diese zum Schwarzsehen nutzen.

Dieser Trick ist jedoch technisch aufwendig. Premiere-Sprecher Dirk Heerdegen fürchtet daher keinen neuen Massenmarkt von TV-Piraten. Das Verfahren sei illegal und unwirtschaftlich, sagt Heerdegen im Gespräch mit dem Handelsblatt. Das sehen die c?t-Autoren Karsten Violka und Stefan Portek genau so. Doch versierten Technikern werde es mit dem Software-Trick weiter möglich sein, sich einen Zugang zu erschleichen, sind beide Fachjournalisten überzeugt.

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