Senderfamilie kommt auf etwa 27 Prozent Marktanteil
Programme sollen sich künftig weniger überschneiden

ap MÜNCHEN Die vier Sender ProSieben, Sat.1, Kabel 1 und N24 sollen sich künftig weniger Konkurrenz machen und mit einem schärferen Profil mehr Zuschauer gewinnen. Das sagte der designierte Vorstandschef der ProSiebenSat.1 Media AG, Urs Rohner, am Mittwoch in München.
Offen bleibt, ob Springer sich später ganz zurückzieht, um seine eigenen Internet-Projekte zu finanzieren. Eine Option, die Anteile zum späteren Zeitpunkt auf die KirchMedia zu übertragen, ist jedenfalls vorgesehen. Mit dem Zusammenschluss "entsteht die stärkste Senderfamilie im deutschen Fernsehmarkt", sagte ProSieben-Chef Rohner. Ziel sei vor allem ein höherer Anteil bei den 14- bis 49-jährigen Zuschauern, der für die Werbewirtschaft besonders attraktiv ist.

Synergiepotenzial soll bei 200 Millionen DM liegen

Mit einem Marktanteil von 27 % aller Zuschauer machten die vier Sender 1999 zusammen vier Mrd. DM Umsatz und 400 Mill. DM Gewinn. Kartellrechtlich werden keine Hindernisse erwartet, da der gemeinsame Marktanteil unter der gesetzlichen 30-Prozent-Grenze liegt. Durch Zusammenarbeit bei Produktion, Kauf und Verwertung von Programmen und gemeinsame Vermarktung der Sender erwartet Sat-1-Geschäftsführer Fred Kogel Einsparungen von 200 Mill. DM jährlich.

In der neuen Familie würden sich die Sender nicht mehr "zur gleichen Zeit mit derselben Programmfarbe Konkurrenz machen", sagte Rohner. Das Programm solle vielfältiger werden. Sat.1 setzt noch stärker auf große Shows, Unterhaltung, Sport sowie deutsche Fernsehfilme und Serien. ProSieben soll mit internationalen Spielfilmen, Serien und Comedy-Sendungen punkten. Kabel 1 wiederholt ältere Spielfilme und Serien. Sitz der Holding wird Unterföhring bei München sein, dem Standort von ProSieben und Kabel 1. Der Sender SAT.1 bleibt in Berlin, wie Rohner auf einer Pressekonferenz versicherte.

Der Nachrichtensender N24 soll wahrscheinlich von Unterföhrung nach Berlin umziehen und die drei anderen Sender künftig mit Bausteinen für ihre Nachrichtensendungen beliefern. Die technische Reichweite von N24 soll bis zum Jahresende auf 50 % der deutschen Haushalte ausgebaut werden.

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