Senegal entzaubert
Historischer Sieg: Türkei im WM-Halbfinale

Ilhan Mansiz hat mit seinem "Golden Goal" die Türkei erstmals in das Halbfinale bei der Fußball-Weltmeisterschaft geschossen und den afrikanischen Traum der Senegalesen jäh beendet. Der eingewechselte Stürmer von Besiktas Istanbul traf am Samstag in Osaka in der 94. Minute zum 1:0 (0:0) gegen die Afrikaner und bescherte den Türken bei ihren ersten WM-Teilnahme seit 1954 den größten Erfolg in ihrer Fußball-Geschichte.

dpa OSAKA/JAPAN. Vor 44 233 Zuschauern hatte es in der schwachen Begegnung nach 90 Minuten 0:0 gestanden. Im Halbfinale trifft die Mannschaft des in seiner Heimat umstrittenen Trainers Senol Günes am Mittwoch in Saitama (13.30 Uhr) auf den vierfachen Weltmeister Brasilien.

Trotz des Aus feierte Senegal einen der größten Erfolge des afrikanischen Fußballs. Der WM-Neuling war die erste Mannschaft seines Kontinents seit Kamerun 1990, die ein Viertelfinale einer WM erreicht hatten.

In den ersten 20 Minuten hieß bei beiden Mannschaften das Motto "Safety first". In der mäßigen Partie dominierte die Taktik, selbst die hochgelobten Senegalesen zeigten wenig Spielfreude. Die Stürmer beider Teams agierten oft zu umständlich und ließen den Zug zum Tor vermissen.

Immerhin erarbeiteten sich die Afrikaner die ersten Chancen. Khalilou Fadiga, Henri Camara und El Hadji Diouf (19.) kamen sogar zu einem Treffer, der allerdings wegen Abseits zu Recht nicht anerkannt wurde. Vier Minuten später traf Mittelfeldspieler Fadiga nur das Außennetz. Ein Fadiga-Freistoß verpasste Lamine Diatta (25.) nur knapp.

Mit zunehmender Spieldauer übernahmen aber die Türken das Kommando. Zur tragischen Figur wurde der in die Jahre gekommene Kapitän und frühere Torjäger Hakan Sükür, der gleich zwei Mal (27., 39. Minute) geradezu unbeholfen Chancen zur Führung vergab. Einen Kopfball des Leverkuseners Yildiray Bastürk (44.) konnte Verteidiger Omar Daf noch im letzten Moment vor der Torlinie klären.

Nach dem Wechsel passte sich die Begegnung endgültig dem schwachen Niveau der anderen drei Viertelfinal-Spielen an. Ein Freistoß von Diouf (53.), ein Solo von Bastürk (54.) und ein Heber von Ilhan Mansiz (69.) sorgten für etwas Aufregung in den gegnerischen Deckungsreihen. Die Türken besaßen zwar in der zweiten Halbzeit ein optisches Übergewicht, der Senegal kam selten in die Nähe des gegnerischen Strafraums.

Je näher das Ende der regulären Spielzeit rückte, desto vorsichtiger agierten beide Teams, um sich in die Verlängerung zu retten. Das Glück war den Türken hold. Ausgerechnet Mansiz, der für den glücklosen Sükür ins Spiel gekommen war, versetzte mit seinem Treffer seine Mannschaft und die Fans in einen Freudentaumel.

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