Senkung der Arbeitslosenzahl auf 3,5 Millionen ausgeschlossen
Keine positive Trendwende am Arbeitsmarkt zu erwarten

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) erwartet auf absehbare Zeit keine positive Trendwende auf dem Arbeitsmarkt. Der Anstieg der Arbeitslosenzahlen im Juli ist kein Ausrutscher, sondern ein Trend der vergangenen Monate.

ddp BERLIN. Wenn die Arbeitslosenzahlen im Juli wie allgemein erwartet gestiegen seien, liege dies nur im Trend der vergangenen Monate und könne keinesfalls als Ausrutscher gewertet werden, sagte der DGB-Arbeitsmarktexperte Johannes Jakob in Berlin.

Auch an die von einigen Instituten vorhergesagte Konjunkturbelebung in der zweiten Jahreshälfte glaube er nicht, sagte Jakob. Es gebe derzeit keine Branche, die das "Zugpferd" für die gesamte Wirtschaft spielen könne, begründete der Gewerkschafter seine Einschätzung.

Das Ziel von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD), die Arbeitslosenzahl bis Herbst kommenden Jahres auf 3,5 Millionen zu drücken, hält Jakob für mittlerweile unwahrscheinlich. "Das käme aus meiner Sicht fast einem Wunder gleich", sagte der Arbeitsmarktexperte. Grundlegende Fehler wirft er der Bundesregierung jedoch nicht vor. Weichenstellungen wie die Unternehmenssteuer- und die Rentenreform seien richtig gewesen, könnten sich aber eben erst mittelfristig auswirken.

Problematisch sei natürlich, dass die Entlastung der Bürger durch die Steuerreform von den Preissteigerungen zu einem großen Teil wieder "aufgefressen" werde, räumte Jakob ein. Dennoch bringe es nichts, jetzt die Steuerreform vorzuziehen, wie von der Opposition gefordert. Allerdings dürfe der Finanzminister auch nicht versuchen, die auf Grund der schwachen Konjunktur zu erwartenden Steuermindereinnahmen "wegzusparen". Diese Lücken müssten durch zusätzliche Kredite ausgeglichen werden.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%