Senkung der Personalkosten
Tui weitet Zeitarbeit aus

Europas größter Reisekonzern Tui wird von 2003 an nach Angaben aus Unternehmenskreisen in Deutschland in größerem Umfang auf Zeitarbeiter zurückgreifen. Außerdem habe Tui Deutschland weitere Maßnahmen zur Senkung der Personalkosten vereinbart.

Reuters HANNOVER. Die Leiharbeiter würden vor allem saisonabhängige Arbeiten wie Produktion und Vertrieb von Reisekatalogen übernehmen, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters am Montag aus den Kreisen. In Kürze werde entschieden, ob Tui eine eigene Zeitarbeitsfirma gründe oder mit einer externen Agentur zusammenarbeite. Davon hänge auch ab, was aus derzeit 200 bei Tui Deutschland befristet Beschäftigten werde, deren Verträge Ende Februar ausliefen.

Ein Sprecher von Tui Deutschland wollte die Angaben nicht kommentieren. Die Geschäftsführung will die Belegschaft am Mittwoch über Vereinbarungen mit dem Betriebsrat informieren. Konzernchef Michael Frenzel hatte Ende November bei der Präsentation der Neun-Monats-Zahlen angekündigt, der Sparkurs dieses Jahres werde auch 2003 fortgesetzt. Bereits vorige Woche hatte die Geschäftsreisetochter TQ3 Deutschland angekündigt, die Personalkosten um 25 Prozent zu senken.

Bei Tui Deutschland, der größten Veranstaltertochter des Konzerns, hat der Betriebsrat den Kreisen zufolge jetzt einem Paket zugestimmt, das flexible Arbeitszeitmodelle und eine Kopplung von Sonderzahlungen wie das Weihnachtsgeld an den jeweiligen Geschäftsverlauf vorsieht. Damit soll das zunächst nur für 2002 geltende Einsparvolumen von vier Millionen Euro auch für die kommenden Jahre erreicht werden. Allerdings werde es künftig keine Beschäftigungsgarantie mehr geben.

Mit dem Ausbau der Zeitarbeit zum festen Bestandteil des Personalkonzeptes betritt Tui für die Reisebranche Neuland. Bislang habe Leiharbeit nur eine untergeordnete Bedeutung gespielt, hieß es beim Deutschen Reisebüro- und Reiseveranstalterverband (DRV). Allerdings gebe es eine Reihe von Aufgaben, die innerhalb eines Geschäftsjahres nur zu bestimmten Zeiten geballt anfielen, wie etwa die Katalogproduktion. Eine Tarifvereinbarung für Leiharbeit gebe es in der Touristik bisher nicht.

Tui Deutschland war in diesem Jahr am Unternehmenssitz Hannover mit der Gewerbeaufsicht in Konflikt geraten. Wie es aus Tui-Kreisen hieß, wurde dem Marktführer ein Bußgeld von 70 000 Euro auferlegt, weil gegen Arbeitszeitregelungen verstoßen worden sei. Diese Probleme sollten mit der Zeitarbeitsfirma und dem zusätzlich vereinbarten Paket für flexiblere Arbeitszeitregelungen künftig vermieden werden, hieß es.

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