Sensation durch Dellas' „Silver Goal“: Griechenland im EM-Finale
Griechen machen EM-Sensation perfekt

Mit dem ersten "Silver Goal" hat Traianos Dellas für die größte Sensation der EM-Geschichte gesorgt und Otto Rehhagels Griechen zum ersten Mal ins Finale einer Europameisterschaft geköpft.

HB PORTO. Durch das Tor des Abwehrspielers in der 105. Minute gewann der Außenseiter am Donnerstagabend im Halbfinale von Porto gegen die favorisierten Tschechen mit 1:0 (0:0). Damit kommt es im Endspiel am Sonntag (20.45 Uhr) im Estadio da Luz von Lissabon zu einer Neuauflage des Eröffnungsspiels gegen EM-Gastgeber Portugal, in dem auf jeden Fall ein erstmaliger Europameister gekürt wird. 10 000 Griechen feierten auf den Rängen ausgelassen einen erneuten Favoritensturz durch ihr Team, dessen Fußball-Märchen seine Fortsetzung findet.

Der Bundesliga-erfahrene Coach begegnete der tschechischen Offensivkraft mit einer geradezu "antiken" Abwehrformation mit starrer Manndeckung und dem 1,97 m-Riesen Dellas als klassischem Ausputzer und hatte damit Erfolg. Georgios Seitaridis wich dem fünffachen Torschützen Milan Baros nicht von der Seite, und auch Jan Koller konnte sich der Bewachung durch Mihalis Kapsis kaum einmal entziehen. Damit war dem Spiel des Favoriten, der mit zunehmender Dauer förmlich an der Beton-Abwehr des Gegners zu verzweifeln schien, viel an Wirkung genommen. Erst in der Verlängerung gaben die von 10 000 Fans unterstützten Hellenen ihre Zurückhaltung auf und sorgten für Unruhe im tschechischen Strafraum.

Als großer Verlust erwies sich für die Tschechen der Ausfall des Mittelfeld-Strategen Pavel Nedved. Europas Fußballer des Jahres in Diensten von Juventus Turin verletzte sich nach 34 Minuten bei einem Zweikampf mit Konstantinos Katsouranis so schwer, dass er in seinem 83. Länderspiel noch vor der Halbzeit ausgewechselt werden musste.

Mit Tränen in den Augen nahm der Kapitän, der vor einem Jahr schon das Champions-League-Finale gegen den AC Mailand wegen einer Gelb- Sperre verpasst hatte, auf der Ersatzbank Platz. Tomas Rosicky konnte die Regisseur-Rolle Nedveds auf dem Rasen nur selten ausfüllen. Dem Dortmunder unterliefen zahlreiche Ballverluste.

Dabei hätte gerade Rosicky Rehhagels Defensiv-Strategie schon nach 141 Sekunden über den Haufen werfen können. Nach einer Co-Produktion mit seinem Dortmunder Teamkollegen Koller jagte der 23-Jährige den Ball aus 16 Metern an die Latte. Drei Minuten später lenkte Torhüter Antonios Nikopolidis einen Schuss des aufgerückten Marek Jankulovski reaktionsschnell zur Ecke. Eine frühe Führung hätte die Aufgabe für die Tschechen erleichtern können, denn nach schwungvollem Beginn tat sich die Elf von Karel Brückner gegen die gut organisierten und zweikampfstarken Griechen immer schwerer. Bis auf einen von Nikopolidis parierten Schuss von Jankulovski brachten sie bis zur Pause in der Offensive nichts mehr zu Stande.

Die Griechen setzten das ihnen von Rehhagel verordnete Konzept konsequent um und lauerten auf den möglicherweise entscheidenden Konter. Darauf wartete das Team mit Theodoros Zagorakis als Dreh- und Angelpunkt im Mittelfeld aber vergeblich. Für die einzige Aufregung vor dem Tor von Petr Cech sorgte zunächst eine Flanke von Panagiotis Fissas (29.), die Zisis Vryzas knapp verfehlte. Auch im zweiten Abschnitt imponierten die Hellenen allein durch ihre hohe Laufbereitschaft, zur Attraktivität des Spiels trugen sie nichts bei.

Weitere hochkarätige Möglichkeiten für die Tschechen, die mehr und mehr ihre Linie verloren, verpassten in der Schlussphase Karel Poborsky (69.), Koller (80.) und Baros (83.).

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