Sensationelle Show
Bush eröffnet Paralympics per Video

Die VIII. Paralympics haben so eindrucksvoll begonnen wie die XIX. Olympischen Winterspiele vor elf Tagen endeten. Mit einer zauberhaften Show à la Hollywood on Ice ist am Donnerstag in Salt Lake City das größte Sportfest der Behinderten eröffnet worden.

dpa SALT LAKE CITY. US-Präsident George W. Bush gab um 19.54 Uhr Ortszeit (3.54 Uhr MEZ) mit seiner Video-Grußbotschaft im Rice- Eccles-Stadium den Startschuss für die bis zum 16. März dauernden Wettbewerbe. "Jeder Athlet wird zeigen, dass wir nur beschränkt sind durch die Größe unserer Träume und dass sich mit Zielstrebigkeit und Mut jedes Hindernis im Leben überwinden lässt. Es ist mein großes Privileg, die Paralympics 2002 für eröffnet zu erklären", sagte der Staatschef den 44 600 Zuschauern im ausverkauften Stadion.

"Es war eine sensationelle Veranstaltung. Es war das Beste, was ich jemals bei Winter- und auch Sommer-Paralympics erlebt habe", schwärmte der Chef de Mission der deutschen Mannschaft, Karl Quade, nach dem über zweistündigen Spektakel aus Farben, Feuerwerk und Figuren. "Feuchte Augen" bekam Frank Höfle. Der mit zehn Goldmedaillen erfolgreichste Athlet hatte die 26-köpfige Mannschaft, die die Nationenwertung gewinnen möchte, als Fahnenträger in die Arena geführt. "Diese Gefühl ist nur zu toppen, wenn ich auf dem Treppchen stehe und die Nationalhymne höre", sagte der 34 Jahre alte sehbehinderte Biathlet und Skilangläufer aus Isny.

Das deutsche Team betrat 27 Minuten nach Beginn der drei Mill. $ teuren Eröffnungs-Zeremonie als 15. von 36 Ländern die Arena. Die 22 Männer und vier Frauen, die die gleiche Kleidung trugen wie die deutschen Olympioniken, winkten bei ihrem von herzlichem Applaus begleitenden Einmarsch mit deutschen und amerikanischen Fähnchen.

Ein Beifallssturm brandete auf, als um 20.30 Uhr erstmalig in den USA bei Winterspielen der Behinderten das Paralympische Feuer entfacht wurde. Nach einer Stafette von medaillendekorierten Teilnehmern der zurückliegenden sieben Paralympics wurde es von den amerikanischen Rollstuhlfahrern Muffy Davis und Christopher Waddell entzündet. Überreicht bekamen sie die Glasfackel von ihrem Landsmann Eric Weihenmayer. Der erste blinde Mensch, der vor einem Jahr den Mount Everest bestiegen hatte, verkörpert perfekt das Motto der Paralympics - "Mind, Body and Spirit" ("Seele, Körper und Geist").

"Ihr lasst den Geist an diesem Platz wieder aufleben. Willkommen zu Hause", rief Mitt Romney, Präsident des ersten gemeinsamen Organisationskomitees (SLOC) der Winterspiele und Paralympics, den Behindertensportlern zu. Danach hatte Philip Craven, Präsident des Internationalen Paralympischen Komitees (IPC), dem SLOC-Chef für die "fantastischen Olympischen Winterspiele" gedankt und alle aufgefordert: "Lasst uns das noch einmal wiederholen!"

Der Einzug der Nationen hatte mit dem Debütanten Andorra begonnen. Er endete unter frenetischem Jubel mit dem Gastgeber-Team, das mit 57 Sportlern das zahlenmäßig stärkste Aufgebot stellt. Ihre Premiere erleben neben Andorra auch Chile, China, Griechenland und Ungarn. Insgesamt 416 Athleten werden im Biathlon, Skilanglauf, Ski alpin und Eisschlitten-Hockey in 89 Entscheidungen um die Medaillen kämpfen.

Im Gegensatz zu den Winterspielen wurden die Sicherheitskräfte für die Eröffnungsfeier der Paralympics drastisch reduziert. An den Eingangstoren gab es keine Kontrollen; der Luftraum für den zivilen Flugverkehr war nicht gesperrt. Die zunehmenden Regenschauer bereiteten die einzigen Unannehmlichkeiten. Doch das störte weder den weltberühmten Mormon Tabernacle Chor, der die amerikanische Nationalhymne intonierte, noch die Stimmung insgesamt. Sie erreichte ihren Höhepunkt, als Country-Star Wynonna und die blinde Soul-Legende Stevie Wonder die Show mit einem 40-minütigen Konzert beschlossen.

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