September an US-Börse
Bayer plant für 2001 zweistelliges Ertragswachstum

Die Bayer AG plant für das laufende Jahr ein zweistelliges Umsatz- und Ergebniswachstum in ihren Kerngeschäften. Für den 26. September 2001 ist der Gang an die US-Börse geplant.

dpa/afx LEVERKUSEN. Der Chemie- und Pharmakonzern Bayer setzt bei künftigem Wachstum vor allem auf die eigenen Kräfte. Unter Beibehaltung der bisherigen Konzernstruktur wolle Bayer in den Bereichen Gesundheit, Landwirtschaft, Polymere und Chemie zu den führenden Wettbewerbern aufschließen, sagte der Vorstandsvorsitzende Manfred Schneider am Donnerstag bei der Bilanzpressekonferenz in Leverkusen.

Sowohl Umsatz als auch das Ergebnis aus dem fortzuführenden Geschäft sollen im laufenden Geschäftsjahr zweistellig wachsen. Allerdings wird das Umsatzwachstum im ersten Quartal auf Grund der nachlassenden US-Konjunktur unter dem des "Rekordquartals" von Januar bis März 2000 bleiben.

"Wir wollen Wachstum und Renditen in Höhe der jeweils führenden Wettbewerber in allen vier Arbeitsgebieten (Gesundheit, Landwirtschaft, Chemie, Polymere), unterstrich der Bayer-Chef. An die Aktionäre soll eine Dividende von 1,40 Euro (Vorjahr: 1,30) ausgeschüttet werden. Das wäre die siebte Dividendenerhöhung in Folge.

Mehr Gewicht auf Gesundheitssparte

Auf den Bereich Gesundheit legt Schneider besonderes Gewicht. Mit einer Ertragssteigerung von 35 % auf fast 1,5 Mrd. Euro und einem Ergebnisanteil von 44 % werde dieser allerdings vom Markt noch nicht ausreichend gewürdigt.!Die Umsatzrendite - zur Zeit 15 % - soll bis 2002 auf 20 % wachsen. Bis zum Jahr 2004 will sich Bayer laut Schneider auf 20 Entwicklungskandidaten pro Jahr steigern und jährlich zwei Produkte auf den Markt bringen.

Für mögliche Zukäufe und Kooperationen im Bereich Life Science (Gesundheit und Landwirtschaft) mit einem Ergebnisbeitrag von mehr als 60 % sei der Konzern stets offen. Allerdings sei der Pharmamarkt weitgehend leergefegt: Alle wollten kaufen, aber keiner verkaufen, sagte Schneider. Interesse hegt Bayer beispielsweise am Pharmabereich von Du Pont und diversen Aktivitäten von Aventis Crop Science. Da sich die für Bayer interessanten Geschäftsbereiche von Aventis jedoch kaum herauskaufen ließen, werde diskutiert, ob eine komplette Übernahme in Frage komme.

Geld für mögliche Übernahmen fließt Bayer demnächst aus verschiedenen Quellen zu: Der ursprünglich für das zweite Quartal 2001 terminierte und jetzt für den 26. September vorgesehene Gang an die New York Stock Exchange ist einer davon. Zusätzlich will Bayer auf der Hauptversammlung am 27. April eine Grundkapitalerhöhung bis um 400 Mill. Euro vorschlagen, die beim derzeitigen Aktienkurs zwischen sieben und 8 Mrd. Euro einbringen könnte. Der angekündigte Verkauf der noch im Bayer-Besitz befindlichen 30 % an Agfa Gevaert NV werde zusätzliche Millionen Euro im "dreistelligen Bereich" in die Kasse spülen, kündigte Schneider an.

Straffung des Chemiebereichs

Im Chemiebereich will sich Bayer auf bereits erfolgreich besetzte Nischen konzentrieren. Ansonsten soll das Portfolie weiter gestrafft werden. Zum 1. April werden dem Bayer-Chef zufolge die H-Säure-Aktivitäten in Brunsbüttel an Rüttgers übertragen. An BP London werde vorbehaltlich der Zustimmung durch die Behörden die 50%ige Beteiligung an der Erdölchemie übergeben.

Erheblich höhere Rohstoffkosten haben laut Schneider die Rendite und das Ergebnis bei den Polymeren im Jahr 2000 geschmälert. Doch mit nachlassendem Preisdruck bei den Rohstoffen, Kostensenkungsmaßnahmen und trotz der konjunkturellen Unsicherheit in den USA rechnet Bayer mit einer Verbesserung für diesen Sektor. Dazu sollen wachsende Märkte wie der asiatische durch den Ausbau von Produktionsstätten verstärkt erschlossen werden. Ende 2000 hatte Bayer weltweit 122 000 Menschen (+1,4 %)

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